Woche 8 / 2019

Wo sind die Amseln?

Heuer habe ich unsere drei «Vogelfutter-Selbsbedienungs- Restaurants» infolge der langen Dürre und Trockenheit schon im Herbst montiert und mit allerlei körnigen «Leckerli» belegt. Wie freue ich mich seither über das vertraute Wildtaubenpaar, die beiden Kleiber – Stammgäste –, ab und zu über den Specht, die Meisen und Finken, ein einzelnes Rotkehlchen und eine grosse Spatzenpopulation, die Leben in unseren ansonsten «winterschläfrigen» Garten bringen. Zwar kostet mich die Vogelfuttermischung bis Ende des Winters wohl zwei «Lappen» – die «Rendite» in Form von Freude über die nahe Beobachtung der nur wenige Gramm schweren gefiederten Kreaturen entschädigt den Aufwand aber um ein Mehrfaches.

Stare und andere Zugvögel nehmen eine riskante Reise in den Süden auf sich, um sich dort winterliche Nahrungsquellen zu erschliessen. Zurück bleiben die Standvögel, die vor Ort versuchen, genügend Winterfutter zu finden. Ihnen können lange, kalte Winter zum Verhängnis werden, die Gefahr des Verhungerns droht. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen diesen Vögeln mit winterlichen Futtergaben helfen wollen. Richtig gemacht hilft es den gefütterten Vögeln tatsächlich. Die Menschen selbst werden durch ein buntes Treiben an den Futterstellen belohnt. – Optimaler Fütterungszeitpunkt ist der frühe Morgen. Nach überstandener kalter Nacht ist der Energiebedarf der Vögel morgens am höchsten. Die warmblütigen Tiere benötigen viel Energie, um ihre Körpertemperatur von ca. 40 Grad zu bewahren. – In einer einzigen Frostnacht verbrennen Meisen bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts für die Wärmegewinnung. Energetisch bedeutsam ist, dass die Vögel bei der Nahrungssuche und in den Ruhephasen nicht gestört werden. Die wiederholte Flucht vor jagenden Hauskatzen oder Hunden führt bei ihnen gerade im Winter zu enormen Energiedefiziten.

Beim Aufzählen der Futterbrett-Gäste habe ich den häufigsten Standvogel, die Amsel, nicht erwähnt. Kamen vor zwei, drei Jahren noch 20, 30 Amseln zu uns in den Garten, um sich mit den schwarzen Sonnenblumenkernen, Getreideflocken oder Apfelstückchen zu verköstigen, so sind es in diesem Jahr nur noch vereinzelte Exemplare. mehr

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