|
Eine bfu-Zählung auf Schweizer Skipisten hat in der Saison 2010/2011 eine Helmtragquote von 81% ergeben gemessen an den 16% im Winter 2002/2003 eine beeindruckende Steigerung. Skihelmtragen ist bei Jung und Alt absolut trendy. Mehr als zwei Millionen in der Schweiz wohnhafte Personen fahren Ski oder Snowboard. Die Kehrseite dieses Vergnügens: Pro Jahr verunfallen rund 67000 dieser Schneesportler, Ski: 43000, Snowboard: 24000. Nicht zu unterschätzen sind laut Unfallstatistik Abfahrten nach ausgiebigen Schneehütten- und Schneebarbesuchen. Daher gilt auch auf den Skipisten: Wer fährt, trinkt nichts Promillehaltiges bzw. nicht zu viel … Eine blaugefrorene Nasenspitze, weisse Fingerknöchel und gefühllose Zehen sind erste Anzeichen von Erfrierungen und alles andere als angenehm. Die Ursache: Die Gefässe haben sich verkrampft und lassen kein Blut mehr durch. Der beste Tipp in diesem Fall heisst: Ab in die nächste Skihütte, denn die wirksamste Hilfe kommt von innen. Für viele Skifahrer ist der Genuss eines «Kafi Gügs» ein Muss. Man weiss aber, dass der übermässige Konsum von Alkohol beim Skifahren sehr gefährlich sein kann. Laut einer Studie ist Alkohol auf der Piste kein notwendiges Kavaliersdelikt, sondern einfach gefährlich. Dabei spiele es keine Rolle, ob man nun einen Kaffee fertig, Wein, Bier oder Sekt im Tal oder aber auf 3500 Metern über Meer trinkt. Die Wirkung bleibe ein und dieselbe. Die Höhe ist nicht das Problem, sondern oftmals ein leerer Magen und natürlich Menge und Art des Alkoholkonsums. Ein warmer Schnaps oder auch ein Sekt gelangen viel schneller in die Blutlaufbahn und führen zur enthemmenden Wirkung, was zu riskanter Fahrweise und Selbstüberschätzung führt. Ein noch grösseres Problem, ist indes die Tatsache, dass viele Skifahrer nach einer durchzechten Nacht einen relativ hohen Alkoholspiegel im Blut haben, die sogenannte Restmenge, die sich auch auf der Strasse negativ auswirken kann. Wer also bis morgens um zwei Uhr die Bars im Ort unsicher macht und sich vielleicht einen Alkoholpegel von 2 Promille «auflädt», weist am nächsten Tag um zehn Uhr morgens immer noch rund 1 bis 1,2 Promille im Blut auf. Diese Feststellung wurde bei einer Untersuchung ebenfalls gemacht. Eine Vielzahl der verunfallten Wintersportler hatten am Abend zuvor zu viel Alkohol getrunken. Mit einem ausgewachsenen Kater sollte man also unbedingt die Piste meiden. In Garmisch-Partenkirchen beispielsweise heisst es seit letztem Winter immer öfter: «Fahren Sie mal bitte rechts ran.» Hier kontrollieren bayerische Polizisten Skifahrer, die durch ihre Fahrweise unangenehm auffallen und den Verdacht auf Trunkenheit nahelegen. Zur Alkoholkontrolle kommt es jedoch nicht. Die Beamten, die in Skianzügen mit der Aufschrift «Polizei» unterwegs sind, versuchen es im Guten, mit Argumenten und Appellen an die Vernunft. Allgemein wird den Skifahrern empfohlen, die gleichen Regeln einzuhalten wie im Strassenverkehr. Wer ein Glas zu viel hat, fährt nicht. Mit richtiger Kleidung können Wintersportfans dem Kälteteufel am besten vorbeugen: Die Unterwäsche muss den Schweiss von der Haut absorbieren, der Overall muss windundurchlässig und wasserabweisend sein. Cremes mit sehr hohem Fettanteil schützen Gesicht und Lippen am besten vor Kälte. Für die Ohren muss es nur dick genug sein: Zipfelmützen und Mütze-Schal-Kombinationen sind genauso wirksam gegen Eis wie feste Stirnbänder. Hände und Füsse frieren bei Minusgraden als Erstes. Kalten Füssen kann man mit einem richtig eingestellten Schuh vorbeugen. So, genug mit dem Moralpredigen. Letztlich ist doch alles ein Ding des Masses. Ich werde mir in den kommenden Winterferien nach der Talabfahrt ganz bestimmt ein «Kafi Gügs» offerieren. Ich wünsche Ihnen allen wunderbare und erholsame Tage im Schnee.
|