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Das Aarestädtli wird ein Jubiläumsjahr lang zur Festhütte

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Dem bekannten Sprichwort wird in Aarburg in diesem Jahr nachgelebt – hier gibt es einen ersten Überblick zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im Rahmen des Jubiläums «900 Jahre Aarburg».

Aarburg Die Feierlichkeiten zu «900 Jahre Aarburg» stehen bevor

«Wäre Kolumbus von Bern die Aare runter gefahren, was hätte er gesagt bei der Landung in Aarburg?»., fragt Stadtpräsident Hans-Ueli Schär sein Gegenüber. Schär schmunzelt und gibt die Antwort gleich selber: «Fest-Land in Sicht, Fest-Land in Sicht!» Ja, gefestet wird im Aarestädtli dieses Jahr wirklich. Und dies nicht zu knapp. Denn 2023 ist es exakt 900 Jahre her, seit «Areburc» erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Aarburger Stadtrat hat deshalb eine «JubiläumsfestKommission» eingesetzt, die mit der Organisation und Durchführung der Feierlichkeiten beauftragt ist. Neben dem Stadtpräsidenten gehören ihr Livia Brühlmann, Gisela Löw, Patrick Bürgi, Simon Bopp, Hans Aeschlimann und Ronald Url an. «Eine engagierte Kommission, in der erfreulicherweise auch jüngere Mitglieder vertreten sind», betont Hans-Ueli Schär. 

Städtlifest bietet für jeden Geschmack etwas

Im Zentrum des Jubiläumsfeierlichkeiten steht dabei das dreitägige Städtlifest, welches vom 18. bis 20. August über die Bühne gehen wird. «Das Programm hat schon deutliche Konturen», stellt Hans-Ueli Schär klar, es sei aber noch nicht in Stein gemeisselt und werde fortlaufend ausgebaut. Allgemeines Thema wird ein Markt- und Beizlifest sein, das im Raum Städtchen und Stadtpark abgehalten wird. «Momentan sind wir am Organisieren eines zusätzlichen Mittelaltermarkts», gibt Hans-Ueli Schär preis. Der Verkehr soll dabei zumindest teilzeitlich aus dem Städtli ferngehalten werden.

Im Stadtpark wird die Musik im Zentrum stehen. «Am Freitag für ein gesetzteres, am Samstag für jüngeres Publikum – und am Sonntag mit einem Kinderprogramm», verrät Schär. Wobei keine ganz grossen Namen verpflichtet werden sollen und können. «Wir wollen bescheiden bleiben, nach Möglichkeit regionalen Bands einen Auftritt ermöglichen», stellt er klar. So sind die «Bluesaholics», deren Spielfreude auch nach 30 Jahren ungebrochen ist, am Freitag Abend gesetzt. Hauptact am Samstag werden mit «QL» die Funpunker aus dem Seeland sein, die seit vielen Jahren den Ton in Sachen Mundart-Partysound angeben. Sie haben die Schweizer Musikszene mit ihrer frischen und frechen Aufarbeitung von zeitgenössischem Musikgut so richtig aufgemischt. Moderat wird der Eintritt zu den Konzerten sein. Neun Franken sind für einen ganzen Abend zu bezahlen. Am Sonntag schliesslich wird das Städtlifest im Stadtpark mit einem Programm zu Ende gehen, das in erster Linie Kinder ansprechen soll. Noch nicht klar ist, wer dabei auftreten wird. «Wir haben an einen Zauberer gedacht», sagt Hans-Ueli Schär.

Die Konzerte werden im Stadtpark stattfinden.
Bild: Archiv ZT / Heinz Hug

Das Städtli entdecken

Während dem Städlifest lässt sich aber auch das Städtli selber entdecken – vielleicht von bisher ganz unbekannten Seiten. Angeboten werden rund 1 1/2-stündige Städtliführungen nach einem von Hans Schmid, dem ehemaligen Präsidenten der Museumkommission erarbeiteten, neuen Konzept. Geleitet werden sie von Hans Schmid, Jürg Mosimann und Hanspeter Schürmann.  

Eine moderne Stadtgeschichte

Ein ganz besonders grosses Jubiläumsgeschenk macht sich das Städtchen an der Aare gleich selber. Der Stadtrat hat den Historiker Markus Widmer-Dean mit der Erarbeitung einer modernen Stadtgeschichte beauftragt. Widmer-Dean, der bereits die Ortsgeschichten von Murgenthal, Rothrist und Strengelbach erarbeitet hat, ist mit der Region bestens vertraut – ebenso wie die dreiköpfige Begleitgruppe, die aus dem langjährigen Sekundarlehrer Daniel Maurer, Hans Schmid sowie dem Stadtpräsidenten selber besteht. Dass er dort mitarbeiten dürfe, sei das Beste, was ihm als «Aarbiger» überhaupt passieren konnte, sagt Hans-Ueli Schär mit Nachdruck. «E riesigi Büetz, aber so spannend», betont er. 

Das Buch soll rund 300 – 350 Seiten stark werden und kommt mit gut lesbaren Texten, vielen Bildern und einer leserfreundlichen Grafik daher. Ursprünglich sollte es anfangs 2023 in gedruckter Form vorliegen, aufgrund der grossen Datenfülle ist der Zeitplan in Verzug geraten. «Wir hoffen, dass wir das Buch im Rahmen des Städtlifests im August vorstellen können», meint der Stadtpräsident. Eine Vernissage wäre jedenfalls geplant …

Noch mehr Geschichte lässt sich am regionalen Museumstag von Sonntag, 20. August erleben. Die drei Museen von Aarburg, Oftringen und Rothrist – Zofingen steht leider abseits – haben zusammengespannt und widmen sich der Aarburger Geschichte. Aarburg mit dem Thema «900 Jahre Aarburg», die beiden benachbarten Museen beleuchten ihre Geschichte innerhalb des Amtes Aarburg. Wie üblich fährt ein Shuttlebus von Museum zu Museum.

Ab 11. August ist «Füür im Dach»

Im Rahmen der 900-Jahr-Feierlichkeiten finden aber auch zahlreiche weitere Festivitäten ausserhalb des Jubiläumsfests statt. Als Beitrag des Vereins «Mozartweg» hat Christina Kunz am 7. August eine Serenade im Park im Alten Friedhof vorgesehen – bei schlechtem Wetter wird diese in den Bärensaal verlegt. 

Eine eindrückliche, kolorierte Zeichnung des Aarburger Stadtbrands von 1840, geschaffen vom Zofinger Kunstmaler Karl Sutermeister (1809–1853).
Bild: zvg / Heimatmuseum Aarburg

Nachdem der Verein «Theater vom Richtplatz» 2020 aufgelöst wurde, kommt Aarburg im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wieder zu einer Theateraufführung. «Eine Herzensangelenheit», sagt Hans-Ueli Schär, der letzter Präsident des aufgelösten Vereins war. Mit dem Brittnauer Nicolas Russi hat Schär den erfahrenen Theatermann gefunden, der nicht nur das Stück verfasst, sondern auch die Regie übernimmt. In diesen Tagen zieht sich Russi zurück, um das Stück zu schreiben – nach aufwendigen Recherchen im Stadt- und Kantonsarchiv. «Ich habe schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie das Stück aussehen wird», verrät Nicolas Russi. «Füür im Dach» spielt in der Zeit des Aarburger Stadtbrands von 1840 und handelt nicht nur vom Brand selber, sondern auch von dessen Nebenerscheinungen. «Und das Stück wird auch eine Liebesgeschichte beinhalten», ergänzt Russi. Premiere ist am 11. August, während dem Städtlifest wird nicht gespielt. Bühne ist das Museumsgärtli hinter dem Rathaus, wo eine Tribüne für 108 Personen erstellt wird. Nicolas Russi sucht für die Aufführungen noch Aarburgerinnen und Aarburger, die gerne mitspielen möchten. Interessierte können sich per Mail bei ihm melden (mail@nicolasrussi.ch), die Proben starten in der zweiten Hälfte Mai.

Das jetzt schon umfangreiche Festprogramm werde laufend ausgebaut, gibt Hans-Ueli Schär zu verstehen. «Insbesondere die Aarburger Vereine sind eingeladen, weitere Ideen einzubringen und sich ebenfalls am Fest zu beteiligen», führt er weiter aus. Und er hoffe neben schönem Wetter natürlich darauf, dass die Aarburgerinnen und Aarburger auch mitmachen und tüchtig mitfeiern werden. Gelegenheit dazu haben sie im laufenden Jahr jedenfalls zur Genüge. Das Angebot ist riesig – Aarburg wird ein Jubiläumsjahr lang zur Festhütte der Region.

So sieht das Logo aus, welches für das Städtlifest kreiert wurde.
Bild: zvg