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Täglich mit dem Heli zur «Büetz of em Bärg»

Nach dem Motto «zulangen statt spenden» unterstützt die Reformierte Kirchgemeinde Zofingen seit 2001 eine diakanonische Einsatzwoche für Senioren. Seit rund 20 Jahren ist der Vordemwalder Lagerleiter Guido Vonäsch dabei.

Zofingen Zum 21. Mal leisteten Senioren eine Woche Freiwilligenarbeit

Bereits zum fünften Mal erhielt das Bergell, «Tal der Kastanien», den Zuspruch. Elf Senioren zwischen 60 und 76 Jahren¬, darunter drei Mitglieder des 1000er-Stägli-Teams und vier Neue, stellten mit Pickel, Spitzhacken und Schaufeln und hartem körperlichen Einsatz auf 2000 bis 2500 m.ü.M. von Steinschlägen verschüttete blau-weiss markierte Höhenwanderwege wieder instand. Kernstück der anspruchsvollen Arbeiten an steilem Gelände war eine etwa 1000 Meter lange neue Linienführung des Höhenwanderweges zur SAC-Fornohütte (2574 m.ü.M.) in zum Teil ursprünglich wilder Steinlandschaft. Weitere Baustellen befanden sich beim Aufstieg über den Murettopass und am Piz Lungin (2780 m.ü.M.) westlich von Maloja. Ein unvergessliches Erlebnis waren für die «Chrampfer» aus dem Mittelland die täglichen teils spektakulären Heliflüge zu den Arbeitsstellen.

Unterkunft in einem umgenutzten Hotel

Nach einer vierstündigen Fahrt mit Kleinbus und Anhänger mit Chauffeur, Koch und «Chrampfer» Rolf Wullschleger am Steuer nach Vicosoprano an den Fuss des Malojapasses, war das ehemalige Hotel, das umgenutzt im Besitz der Elektrizitätswerke Zürich ist, schnell bezogen. Der Mannschaftskoch sorgte mit einem Apéro und feinen Spaghetti Bolognese für einen perfekten Start in die Woche.

Das Bergell (Comune di Bregaglia») umfasst die Gemeinden Bondo, Castasegna, Cassaccia, Soglio, Stampa, Vicosoprano und Maloja (einziger Gemeindeteil im Oberengadin). Maloja ist das höchstgelegene Dorf der Gemeinde Bregaglia. 2015 wurde das Bergell vom Schweizer Heimatschutz mit dem renommierten Wakkerpreis ausgezeichnet.

Das Beladen muss zügig vorangehen. Lagerleiter Guido Vonäsch (ganz rechts) geht bald mit den Werkzeugen in die Luft.
Bild: Bruno Muntwyler

Das «Wort zum Tage» durfte nicht fehlen

Transport, Essen und Getränke wurden finanziert durch die Reformierte Kirchgemeinde Zofingen; Gerätschaften und Unterkunft und die täglichen Heliflüge ins Arbeitsgebiet wurden von den Auftraggebern finanziert bzw. zur Verfügung gestellt. Auch wenn sich die Arme und Beine am Abend jeweils nach der sehr anstrengenden körperlichen Arbeit bemerkbar machten, die Stimmung blieb gut, fröhlich und aufgestellt. ¬Für Abwechslung sorgte am Abend jeweils Pfarrer Burkhard Kremer mit seinem traditionellen «Wort zum Tag», das Geist und Seele erfrischte.

Ohne «Mampf kein Dampf» heisst es im Militär. Logisch, dass die zubereiteten Mahlzeiten – trotz Morgenessen und kaltem Mittagessen auf dem Berg –, nach dem Tagwerk mit Heisshunger vertilgt wurden. Dass auch das Wetter hervorragend mitspielte war ein wichtiger Faktor zum speditiven Arbeiten und um den Moralpegel hochzuhalten. Am arbeitsfreien Freitag standen ein Museums- und ein Galleriebesuch («Das Bergell und die Giacomettis») in Stampa und ein Mittagessen ennet der Grenze im Restaurant Restaurants in Villa di Chiavenna auf dem Programm.

Schöne Wertschätzung seitens der Behörden

Seitens der Behörden war die Wertschätzung gross. Nebst der Einladung ins Hotel/Restaurant Soglina» erschienen am Abschlussabend im Speiseraum der Unterkunft Behördenmitglieder. Nebst einem regionalen Präsent sorgten auch die Wortmeldungen der beiden Gäste, Municipale Gianluca Giovanoli und Thomas Zimmermann, Vorarbeiter Werkgruppe Maloja, für Gänsehaut.

Gianluca Giovanoli (Kommunalpolitiker des Konstruktes Bregaglia): «Liebe Freunde, wir schätzen Eure Anwesenheit und Eure grossartigen Leistungen sehr. Was ihr in den letzten Tagen geleistet habt, das muss Euch zuerst jemand nachmachen. Und das meine ich so. Ich habe nur sehr gute Rückmeldungen erhalten. Herzlichen Dank. Sie alle sind bei uns jederzeit wieder willkommen. Ja, wir hoffen, dass es ein Wiedersehen gibt. Unsere Unterstützung habt Ihr auf sicher.» Voll des Lobes war auch Thomas Zimmermann, der die Gruppe die ganze Woche begleitet hat: «Was ihr in den letzten Tagen geleistet habt, das ist ausserordentlich, ja, phänomenal. Wir schätzten das sehr. Wir hoffen, auch in Zukunft gemeinsame Projekte in Angriff nehmen zu können. Wir danken Euch allen sehr, Ihr ward als Team eine unschlagbare Einheit und ganz grosse Klasse.»

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