220 Kilo Pilze landeten auf den Tellern

Brittnau Traditionelle Pilzausstellung in der Mehrzweckhalle

Vizepräsident Christoph Baltzer (Bildmitte) im Gespräch mit einem Besucher.Bilder: Manuel Arnold

Vizepräsident Christoph Baltzer (Bildmitte) im Gespräch mit einem Besucher.Bilder: Manuel Arnold

Mit Rat und Tat standen die Vereinsmitglieder den zahlreichen Besuchern zur Seite.

Mit Rat und Tat standen die Vereinsmitglieder den zahlreichen Besuchern zur Seite.

Wenn der breitblättrige Samtfussrübling, der Dickfussröhrling und der kirschrote Speitäubling nahe beieinander ihre Stiele gen Himmel richten, dann ist wieder Pilzausstellung im Storchendorf. Alle zwei Jahre präsentiert der Verein für Pilzkunde Brittnau die Vielfalt der Hut tragenden Waldbewohner. Auf drei hüfthohen Tischen, fein arrangiert mit Moos, Laub und Erdreich, und einem Waldboden mit zwei kleinen Tannen gab es 90 verschiedene Arten zu bestaunen. Die Mitglieder des Vereins standen den Laien und Kennern gleichermassen zur Seite und beantworteten in aller Ruhe die Fragen der angereisten Pilzfreunde.

Mit dabei waren auch Vereinspräsident Hansjörg Herzog und Vizepräsident Christoph Baltzer, die sich gemeinsam mit den engagierten Vereinsmitgliedern für eine gelungene Ausstellung einsetzten. «Es gab schon Jahre, da hatten wir 160 Arten auf den Tischen. Das Pilzjahr 2026 ist bis dato katastrophal. Man muss es in dieser Deutlichkeit sagen. Ob der jetzige Regen das Blatt noch wendet, wird sich in den nächsten fünf bis zehn Tagen zeigen», erklärte Christoph Baltzer. Vor 20 Jahren stiess er zum Verein. Inzwischen wohnt er in Bern, wo er als Pilzkontrolleur amtet. Wegen der guten Kameradschaft sei er dem Brittnauer Verein aber treu geblieben, betont er.

Pilzvariationen im Stübli

Im benachbarten «Pilzstübli» wurden die Besucherinnen und Besucher mit verschiedenen Pilzspezialitäten verwöhnt. Neben dem beliebten Pilzrisotto und dem Pilzteller mit Brot standen auch feine Pilzpasteten auf der Speisekarte. Am Ausstellungswochenende verarbeiten die Vereinsmitglieder rund 220 Kilogramm Pilze. Zwei Jahre haben die Mitglieder jeweils Zeit, die benötigte Menge zu sammeln und zu trocknen. Wer nach dem Pilzgenuss noch etwas Platz im Magen hatte, durfte sich an den vielen hausgemachten Kuchen erfreuen.

Wegen des Zwei-Jahres-Turnus gibt es 2027 ordnungsgemäss keine Ausstellung. Gefeiert wird aber trotzdem. Der 1997 gegründete Verein begeht mit einer internen Reise dann nämlich sein 30-Jahr-Jubiläum.

Pilzkontrollstelle Brittnau – Sicherheit beim Pilzsammeln

Neben der Durchführung der beliebten Pilzausstellung leistet die Pilzkontrollstelle Brittnau einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit beim Sammeln von Wildpilzen. Sie steht den Pilzsammlerinnen und Pilzsammlern der acht angeschlossenen Gemeinden Aarburg, Brittnau, Murgenthal, Oftringen, Strengelbach, Vordemwald, Zofingen und Rothrist zur Verfügung. Die Pilzkontrolleure Hansjörg Herzog, Fredy Murat und Franziska Küng überprüfen gesammelte Pilze auf ihre Genusstauglichkeit und helfen dabei, gefährliche Verwechslungen mit giftigen Arten zu vermeiden. Damit trägt die Pilzkontrollstelle wesentlich zur Verhütung von Pilzvergiftungen bei und fördert zugleich den verantwortungsvollen Umgang mit der heimischen Pilzwelt. Manuel Arnold