35-Millionen-Projekt ist gestartet

Oftringen Die Erzo treibt mehrere Grossprojekte für Klärschlamm, Regenwasser und Fernwärme voran.

Die Projekte von erzo ARA und KVA nehmen Form an.bild: Philipp Muntwiler
Die Projekte von erzo ARA und KVA nehmen Form an.bild: Philipp Muntwiler

Die neue Klärschlammtrocknung ist bei der Erzo ARA auf Kurs. Parallel laufen in Oftringen der Bau des Regenbeckens und die Planung der Fernwärmezentrale weiter.

«Es wird eine heisse Versammlung», begrüsste ARA-Präsident Hanspeter Schläfli die Abgeordneten im Zofinger Bürgersaal. Dass er damit nicht nur die Traktanden meinte, zeigte sich rasch: Im Saal herrschten hochsommerliche Temperaturen. Inhaltlich blieb die Stimmung dagegen entspannt. Sowohl bei der Erzo ARA als auch bei der Erzo KVA standen vor allem die Fortschritte bei mehreren Grossprojekten im Mittelpunkt.

Am weitesten fortgeschritten ist derzeit die neue Klärschlammtrocknung. Adrian Burkart, Leiter der Erzo ARA, informierte darüber, dass erste Aufträge bereits vergeben wurden. Dazu gehören unter anderem die Rührtrockner. Als Nächstes werden unter anderem die Abluftbehandlung und die Baumeisterarbeiten ausgeschrieben.

Geschäftsführer Thomas Peyer zeigte sich erfreut darüber, dass die Abgeordneten dem 35-Millionen-Franken-Projekt im vergangenen Jahr zugestimmt hatten. «Wir sind glücklich, dass wir die Klärschlammtrocknungsanlage genehmigen konnten», sagte er.

Provisorium schützt vor Überschwemmungen

Auch beim Regenbecken in Oftringen laufen die Arbeiten nach Plan. Aktuell werden Provisorien erstellt, damit die definitiven Anschlüsse gebaut werden können. Danach folgen der Entlastungskanal und das Betriebsgebäude. Angesichts der angekündigten Regenfälle nächste Woche verwies Burkart auf die Bedeutung der Übergangslösung. «Nach den Überschwemmungen der vergangenen Jahre – unter anderem beim Ringier-Areal in Zofingen – haben wir ein Provisorium geschaffen, das bereits funktioniert, als wäre die Anlage vollständig in Betrieb», merkte er an. Dadurch könne verhindert werden, dass Wasser über die Strasse laufe.

Einen wichtigen Schritt macht auch die Fernwärmezentrale. Das Baugesuch wurde eingereicht, die erste Etappe Richtung Zofingen soll zur Heizsaison 2027/28 in Betrieb gehen. Eine besondere Herausforderung werde dabei sein, die neuen Leitungen während des laufenden Betriebs zu bauen.

Bei der Erzo KVA stand zudem das Projekt Renzo für den Ersatzbau der Kehrichtverwertungsanlage im Fokus. Präsident Hans-Martin Plüss erklärte, die Planungsarbeiten liefen intensiv. Der Businessplan sei überarbeitet und weiterentwickelt worden. «Wir sehen das erste Mal, wie das Ganze aussehen könnte. Es ist aber noch nicht so ausgereift, dass wir es hätten zeigen können», sagte er.

Erste verbindliche Angebote für den Ersatzbau werden im September erwartet. Diese sollen den Abgeordneten an der Versammlung im Dezember vorgestellt werden. Anschliessend soll über den Projektierungskredit abgestimmt werden. Läuft alles nach Plan, könnte Anfang 2028 der Verpflichtungskredit vorliegen.

Neben den Projekten standen auch Wahlen an. Markus Steiner, Gemeindepräsident von Oftringen, wurde zum neuen Präsidenten der Erzo ARA gewählt und löst Hanspeter Schläfli ab. «Es ist richtig, dass künftig der Gemeindepräsident des Standortes Oftringen das Präsidium übernimmt», betonte der ehemalige Präsident. Hans-Martin Plüss bleibt Präsident der Erzo KVA. Beide Verbände genehmigten zudem ihre Jahresrechnungen und Geschäftsberichte ohne Gegenstimmen.Lea Fabian