60 Ingenieure besuchten die ARA
Aarburg Fachlicher Austausch auf der ARA Aarburg

Die Abwasserreinigungsanlage ARA Aarburg war Schauplatz eines umfangreichen fachlichen Erfahrungsaustauschs. Der CEO der Holinger Gruppe, Alessandro Ranzoni, und 60 Ingenieurinnen und Ingenieure der Holinger Gruppe aus der Schweiz, Deutschland und Luxemburg besuchten die ARA Aarburg, um sich über die Erfahrungen mit der neuen biologischen Reinigungsstufe nach dem SBR-Verfahren auszutauschen. Die Anlage befindet sich seit rund zwei Jahren erfolgreich im Betrieb und bietet wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte.
SBR steht für «Sequencing Batch Reactor». Bei diesem Verfahren laufen die verschiedenen biologischen Reinigungsschritte zeitlich nacheinander in denselben Becken ab. Für die Fachpersonen der Holinger Gruppe bot die in Betrieb stehende Anlage eine wertvolle Gelegenheit, Erkenntnisse aus der Planung und Projektabwicklung mit den Erfahrungen aus dem praktischen Betrieb zu verbinden.
Die Teilnehmenden wurden in drei Gruppen durch die Anlage geführt. An mehreren Stationen erhielten sie Informationen zur Konzeption und technischen Umsetzung der neuen Biologie sowie zu den Erfahrungen aus den ersten beiden Betriebsjahren.
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die Inputs von Betriebsleiter Daniel Joss. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie sich die Anlage im täglichen Betrieb bewährt, welche betrieblichen Herausforderungen zu beachten sind und welche Erkenntnisse bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden sollten. Der direkte Austausch zwischen Betrieb und Planung und Projektierung wurde von den anwesenden Fachpersonen sehr geschätzt.
Auch Vertreter der Holinger Gruppe vermittelten vertiefte Einblicke in das Projekt. Alex Isenschmid, Geschäftsbereichsleiter Abwasser Luzern, erläuterte die Projektdaten, Aspekte des Projektmanagements sowie der Prozess- und Verfahrenstechnik. Der Fachplaner Peter Liechti führte die Besucherinnen und Besucher durch die neue SBR-Biologie und erläuterte den Weg des Abwassers von der Beschickung der Reaktoren bis zum Ablassen des gereinigten Wassers über die Dekanter in die Aare. Dabei vermittelte er den Teilnehmenden einen eindrücklichen Einblick in die technische Komplexität der Anlage. Durch das Zusammenspiel zahlreicher Rohrleitungen, Pumpen sowie der Mess- und Steuerungssysteme, wird ein zuverlässiger Reinigungsbetrieb gewährleistet.
Die Besichtigung machte deutlich, wie wichtig der Erfahrungsaustausch zwischen Ingenieurwesen und Betrieb ist. Erkenntnisse aus einer realisierten Anlage können unmittelbar in neue Projekte einfliessen. Davon profitieren nicht nur die Fachplaner für zukünftige Projekte, sondern letztlich auch weitere Betreiber von Kläranlagen. Roger Wymann