«Achtung Betrug!» – die Kantonspolizei sensibilisierte
Vordemwald Informationsanlass im Pflegeheim Sennhof

«Achtung Betrug!» – die Kantonspolizei sensibilisierte
Die Kantonspolizei Aargau informierte am vergangenen Donnerstagabend im Sennhof über aktuelle Betrugsmaschen und Kriminalitätsphänomene, die insbesondere aber bei weitem nicht nur ältere Menschen betreffen. Unter dem Titel «Achtung Betrug!» referierte Bernhard Hitz vom Dienst Kriminalprävention. Begleitet wurde der Wachmeister von seiner Kollegin Natalie Barth, ebenfalls Wachmeisterin. Die kostenlose Veranstaltung stiess auf grosses Interesse.
Hitz zeigte eindrücklich auf, wie professionell und skrupellos Betrüger heute vorgehen, insbesondere im Bereich der Cyberkriminalität. Er berichtete von extremen Fällen, bei denen Betroffene sehr hohe Geldbeträge verloren haben. So habe ein Mann über 1 Million Franken eingebüsst, nachdem er einer fremden Frau vertraut und auf deren Rat hin investiert habe. Solche Fälle seien leider keine Einzelfälle.
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf Phishing. Betrügerische Nachrichten seien meist nach einem ähnlichen Muster aufgebaut: Die Opfer würden unter Zeitdruck gesetzt, zum Anklicken eines Links aufgefordert und mit Konsequenzen bedroht. Auffällig seien oft auch die Absenderadressen mit ungewöhnlichen Zahlen- oder Buchstabenkombinationen, die misstrauisch machen sollten.
Auch der Bezahldienst TWINT werde häufig für Betrugsversuche missbraucht. Dabei erhielten Betroffene E-Mails mit der Aufforderung, ihre Kontodaten zu aktualisieren. Ziel sei immer, dass das Opfer auf einen Link klicke. Die gefälschten Webseiten wirkten dabei oft täuschend echt. Zudem warnte Hitz davor, E-Mail-Anhänge unbedacht zu öffnen, da diese Schadsoftware enthalten könnten.
Ein weiteres Thema waren QR-Codes. Diese würden teilweise von Betrügern gefälscht oder über originale Codes geklebt. Hitz riet, QR-Codes nur mit der vorgesehenen App zu scannen und genau hinzuschauen, woher ein Code stamme.
Betrüger nutzen KI und würden damit bekannte Persönlichkeiten wie Roger Federer oder Mona Vetsch missbrauchen, um mit erfundenen Geschichten für angeblich lukrative Investitionen zu werben. Besonders eindrücklich waren auch die Schilderungen zu sogenannten Love- oder Romance-Scams. Dabei täuschten Betrüger im Internet Liebesbeziehungen vor.
Zum Schutz vor Telefonbetrug empfahl die Kantonspolizei unter anderem, niemals Anweisungen von Unbekannten zu befolgen, sofort aufzulegen, angeblich betroffene Angehörige über bekannte Telefonnummern selbst zu kontaktieren und im Zweifel die Polizei unter der Nummer 117 zu verständigen.
Zum Abschluss ging Hitz auch auf Gefahren im Alltag ein. Beim Bancomaten solle man möglichst nahe am Gerät stehen, damit niemand den PIN-Code mitlesen könne. Zudem gehöre das Portemonnaie körpernah getragen – etwa in einer Innentasche – und nicht in offene Taschen.
Weitere Informationen zum Thema Cyberkriminalität sind auf der Website des Kantons Aargau unter www.ag.ch/cybercrime zu finden.
Stefanie Suter