Auf den Spuren des Malers Robert Hofer
Rothrist Besuch aus Frankreich im Heimatmuseum
«Die weite Reise hat sich mehr als gelohnt», sagte Estelle Segonds am vergangenen Donnerstag im Rothrister Heimatmuseum, «ich bin überwältigt von der grossen Anzahl Werke von Robert Hofer, die sich im Besitz des Heimatmuseums befinden». Die in der Nähe von Paris wohnhafte Französin ist momentan daran, die Werke des in Rothrist aufgewachsenen Malers in einem Katalog zusammenzutragen. «Meine Grossmutter hiess Paulette Hofer», erläuterte Segonds ihr Interesse, «sie hat ihren Vater im Alter von einem Jahr verloren». Und der Bruder ihres Urgrossvaters war eben Robert Hofer (1885 – 1954), der Rothrister Maler, welcher nach einem Studium an der Basler Kunstschule für weitere Studien nach Paris zog. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs musste Hofer in die Schweiz zurückkehren, wo er Militärdienst leistete. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Winterbilder sowie etliche Karikaturen zum Thema Militär. Im Anschluss daran arbeitete er mit seinem Malerfreund Albert Nyfeler im Lötschental, unter anderem auch an der künstlerischen Ausgestaltung der Kirche von Kippel. Später liess sich Hofer in Belfort nieder, wo er selber eine Familie gründete, sich aber auch um die Familie seines verstorbenen Bruders kümmerte. Immer wieder zog es den Maler in seine Heimat zurück. Bei diesen Besuchen bildete er gerne die nähere Umgebung ab. Ein besonders beliebtes Motiv war der Rothrister Kirchenhügel und der Blick von dort übers Aaretal.
Der Besuch der fünfköpfigen Delegation aus Frankreich – Estelle Segonds wurde von zwei Onkeln und deren Ehefrauen begleitet und unterstützt – hat auch bei Museumsleiterin Gabriella Rüegger und ihrem Team das Interesse am Rothrister Maler geweckt. Am 7. Juni wird das Heimatmuseum eine Bilderausstellung mit Werken von Robert Hofer eröffnen, gleichzeitig werden auch «Rothrister Ansichten – gestern und heute» von Marcel Imhof zu sehen sein. Bis es so weit ist, zeigt das Museum weiterhin und bis zum Museumstag vom 17. Mai die aktuelle Sonderausstellung «Hutmania». Die Ausstellung kann auch am kommenden Sonntag, 18. Januar von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Thomas Fürst



