Brittnau beschwört den guten Zusammenhalt
Brittnau Die Bundesfeier am 1. August stiess in der Gemeinde auf reges Interesse
Brittnau beschwört den guten Zusammenhalt
Ganz im Zeichen der Sicherheit und des Zusammenhalts stand am Samstagmorgen die Brittnauer Bundesfeier vor der Kulisse des neuen Feuerwehrmagazins.
Weil der Schulhausplatz vom grossen Jungschi-Lager belegt war, organisierte die Gemeinde Brittnau ihre Bundesfeier heuer vor der Baustelle des neuen Feuerwehrmagazins. Und so konnten die zahlreich aufmarschierten Brittnauerinnen und Brittnauer nicht nur den Geburtstag der Schweiz feiern, sondern auch gleich einen Augenschein vom Neubau nehmen, dessen Bauarbeiten sich in den letzten Zügen befinden. Die Musikgesellschaft Brittnau umrahmte den Anlass mit lüpfiger Marschmusik, während der Männerturnverein für den perfekten Garzustand der Gratis-Bratwürste im Einsatz stand.
In seiner Begrüssungsrede stellte Gemeindepräsident Kurt Iseli die Lage der Schweiz für die kommenden zwei Jahre dar. Im grünen Bereich seines Ampelsystems platzierte er die inländische politische Stabilität und den robusten Finanzplatz Schweiz. Gelb, also mit Risiko behaftet, das etwas verhaltene wirtschaftliche Wachstum und die grosse Abhängigkeit der Schweiz von Entwicklungen in Europa und den USA. «Die Risiken durch Konflikte, steigende Energiepreise und globale Handelskonflikte. Diesbezüglich steht meine Ampel auf Rot», sagte Kurt Iseli.
Anknüpfend an Kurt Iselis Tour d’Horizon zur Weltlage und passend zum Austragungsort war der «Schutz der Bevölkerung» das Thema der 1.-August-Rede. Luigi Mangieri, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen und Bereichsleiter Feuerwehr und Bevölkerungsschutz, brach in der Folge eine Lanze für seine Kameraden. Menschen, die für andere da sind, wenn es brennt. Menschen, die ihre Arbeit oder den eigenen Grillabend verlassen, wenn andere Hilfe brauchen. «Ehrenämter sind das Fundament einer funktionierenden Gesellschaft. Für Brittnau mache ich mir keine Sorgen. Weder für die Vereine noch für die Feuerwehr. Das, was ich in der Zusammenarbeit erlebe, ist ein würdiges Vorbild für Engagement.»
Hilfe über Gemeindegrenzen hinaus
Wichtig sei es, dass man auch regional zusammenspanne. Aktuell geschehe dies bei der Wasserknappheit im oberen Suhrental, wo Versuche stattfinden, das Wasser aus dem «wasserreichen Aarauer Gebiet» in das Suhrental zu pumpen. Regionale Bemühungen brauche es auch bezüglich Infrastruktur – Thema Stromausfälle der letzten Wochen – und Cybersicherheit. 23 Gemeinden, darunter auch Brittnau, können zudem auf das Regionale Führungsorgan Region Zofingen (RFO) zählen, dessen Aufgabe es ist, die Bevölkerung bei Grossereignissen, Katastrophen und Notlagen zu unterstützen.
In seiner flammenden Rede schwor Luigi Mangieri die Anwesenden am Ende zu stetiger Geschlossenheit ein: «Eine starke Schweiz entsteht nicht in Bundesbern. Sie entsteht im Kleinen, in den alltäglichen Umgangswerten. Sie entsteht hier, in unseren Gemeinden. In unseren Vereinen, in der Nachbarschaft. Dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, einander zuhören und bereit sind, gemeinsam Lösungen zu finden.» Manuel Arnold



