Bundesfeier ohne langweilige Rede
Zofingen Am Vorabend des 1. August traf sich die Zofinger Bevölkerung im Rosengarten
Im Zofinger Rosengarten erzählten Christoph Bill und Brandon Nock, warum sie trotz grossem Risiko an ihren Projekten festhalten.
Die Bundesfeier der Stadt Zofingen fand dieses Jahr erneut im Rosengarten statt – und wieder mit einem Podiumsgespräch statt langweiliger Politiker-Rede, wie Stadtpräsident André Kirchhofer betonte.
Doch ganz gleich wie die Jahre zuvor war die Bundesfeier dann doch nicht – nicht nur aufgrund des Feuer- und Feuerwerkverbots im Aargau. Wegen des Frauen- und Meitlischwingfests am 1. August fand die Zofinger Bundesfeier zum ersten Mal am Abend des 31. Juli statt. Dieses Jahr gab es zudem kein Znüni-Säckli mit Landjäger und 1.-August-Weggen, stattdessen spendierte die Stadt herzhafte Älplermagronen mit Apfelmus.
«Etwas Risiko gehörteben dazu»
Das Podium, das die letzten vier Jahre mit Frauen-Überhang besetzt war, kippte dieses Jahr in die andere Richtung: Mit Stadtpräsident André Kirchhofer diskutierten zwei Männer. Diese kommen beide aus der Unterhaltungsbranche: Heitere-Chef Christoph Bill, für den der 1. August jeweils der letzte Tag zum Durchschnaufen ist, bevor die Aufbauarbeiten für das Heitere Open Air in die richtig heisse Phase gehen. Und der Oftringer Brandon Nock, der mit dem Winter Varieté Nock ab Dezember eine neue Eventproduktion nach Zofingen bringt.
Das Organisieren von Events sei ein Hochrisikogeschäft, sagt Christoph Bill gegenüber den Medien immer wieder. André Kirchhofer wollte nun wissen, wieso Brandon Nock und Christoph Bill trotzdem in dieser Branche tätig sind. «Etwas Risiko gehört eben dazu», sagte Nock. Er gehört zur 8. Generation des ehemaligen Fricktaler Zirkus Nock. Er wolle das Zirkus-Feeling weiterführen. Christoph Bill wiederum musste mit einem Schmunzeln zugeben, dass er sich manchmal schon auch frage, wieso er sich das antue. Denn auch wenn er seit 1993 zum Heitere-OK gehört und seit 2001 die Gesamtverantwortung hat, müsse jedes Festival von Grund auf neu organisiert werden.
Der Heiternplatz ist das Kapital des Festivals
Ob die Stadt Angst haben müsse, dass sich das Heitere Open Air aus Zofingen zurückziehe, fragte Kirchhofer. «Ich glaube, es ist schwierig, den Namen Heitere Open Air auf der Fröschengülle in Brittnau zu etablieren», so Bill. Der Heiternplatz sei das Kapital des Festivals. Die Stadt muss sich keine Sorgen machen – auch wenn sich Bill ab und zu mehr Augenmass und weniger Bürokratie bei Entscheidungen der Verwaltung wünscht. Doch – und da wanden sowohl Bill als auch Nock der Stadt ein Kränzchen – unterstütze die Stadtverwaltung die beiden Eventorganisatoren immer bei ihren Vorhaben.
Zum Schluss überraschte Christoph Bill die Anwesenden mit einer Ticket-Verlosung. Sie mussten schätzen, wie viele Meter Kabel auf dem Heitern verlegt werden. Es sind 22’905 Meter. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren waren es noch 9200 Meter.
Lilly-Anne Brugger



