Das 50. Pfingstmeeting zählte über 900 Starts
Zofingen 50. Ausgabe des Pfingstmeetings Zofingen auf der Trinermatten
Ajla Del Ponte, Fabienne Hoenke und die U20-Staffel setzten am Pfingstmeeting Ausrufezeichen. Auch lokale Athletinnen und Athleten überzeugten vor Heimpublikum.
Es war angerichtet: Die Jubiläumsausgabe der Leichtathletikveranstaltung auf der Zofinger Trinermatten vom Samstag profitierte von perfektem Wetter, günstigen Windbedingungen und einem internationalen Teilnehmerfeld, das spannende Wettkämpfe versprach. Eingestuft als World-Athletics-Continental-Tour-Challenger-Meeting, können beim Pfingstmeeting begehrte Weltranglisten-Punkte gesammelt werden. Ein grosser Pluspunkt für die Organisatoren. «Wir haben 740 Athletinnen und Athleten hier, es werden über 900 Starts verzeichnet – das bedeutet Rekord», sagte Pascal Zünd, der Präsident des TV Zofingen Leichtathletik, zu den Gästen des Jubiläums-Apéros. Er fügte an, dass damit eine Kapazitätsgrenze erreicht sei, sowohl in Bezug auf die Infrastruktur, vor allem aber auch auf personeller Ebene. Ein Grund, weshalb auf spezielle Jubiläumsevents verzichtet worden sei.
Star des Meetings war Simon Ehammer vom TV Teufen. Eine Woche vor seinem Start beim Zehnkampfmeeting in Götzis (AUT) nutzte der Siebenkampf-Hallenweltmeister die Teilnahme in Zofingen für einen letzten wettkampfmässigen Test. Zunächst stellte er in 13,71 Sekunden die beste Vorlaufzeit über 110 m Hürden auf. Danach liess er 8,18 m im Weitsprung und 42,22 m im Diskuswerfen folgen.
Für ein frühes Highlight an diesem Jubiläums-Event sorgte Ajla Del Ponte (US Ascona). In den 100-m-Vorläufen stellte sie in 11,11 Sekunden die Topzeit des Tages auf. Damit unterbot die Tessinerin die Limite für die EM in Birmingham (10. bis 16. August) um 7 Hundertstel. Entsprechend happy war sie nach dem Zieldurchlauf: «Ich bin ohne Erwartungen nach Zofingen gekommen, mit dem Ziel, beim Auftakt in die Freiluftsaison Spass zu haben. Dass ich heute über 100 Meter eine meiner besten Zeiten gelaufen bin, freut mich riesig.»
Im Sog von Ajla Del Ponte stellte auch Salomé Kora (LC Brühl) in 11,15 Sekunden eine Klassezeit auf. Im Final setzte sich Kora in 11,22 Sekunden vor Cynthia Reinle (TV Unterseen) durch, die in 11,24 zum zweiten Mal an diesem Tag einen persönlichen Bestwert aufstellte (11,27 im Vorlauf).
Mujinga Kambundji enttrohnt
Über die halbe Bahnrunde (200 Meter) sorgten die schnellsten Schweizer Sprinterinnen erneut für die Musik. Siegerin Fabienne Hoenke (LV Fricktal) und die zweitklassierte Léonie Pointet (CA Riviera) durften sich über eine erfüllte EM-Limite und eine persönliche Bestzeit freuen. Die Aargauerin verbesserte mit ihren 22,59 Sekunden ausserdem den Schweizer U23-Rekord von Mujinga Kambundji um 24 Hundertstel.
Apropos persönliche Bestzeit: Eine solche gelang auch Lea Lengyel vom TV Zofingen über die 100-Meter-Distanz und das erst noch nach einer längeren Verletzungspause. Mit 12,44 Sekunden hat sie sich für die U20-Schweizermeisterschaft qualifiziert. «Meine Erwartungen sind damit definitiv übertroffen worden», so die Zofingerin.
U20-Frauenstaffel läuft Schweizer Rekord
Die Schweizer Sprinterinnen waren so richtig im Flow: Die U20-Equipe mit Carina Stettler (TV Länggasse), Xenia Buri (LC Kirchberg), Milla Tonazzi (LK Zug) und Mara Schwitter (TV Teufen) stellte mit 43,74 Sekunden einen nationalen U20-Rekord auf. Und in den Vorläufen über die 100 Meter Hürden stellte die U20-Europameisterin Jil Sanchez (TSV Steinen) in 13,00 Sekunden ebenso eine persönliche Bestzeit auf wie Larissa Bertényi (LC Brühl) in 13,02. Im Final siegte Bertényi in 12,96 Sekunden. Sie unterbot damit als achte Schweizerin der Geschichte die 13-Sekunden-Marke.
Kim Flükiger auf Kurs
Im Fokus des Interesses stand auch Kim Flükiger vom TV Zofingen: Der 23-jährige Lokalmatador aus Brittnau hat am 2. Mai in Zug beim Speerwurf mit 65,37 Metern einen neuen Aargauer Rekord aufgestellt und damit die Erwartungen des heimischen Publikums hochgeschraubt. Die angepeilte 68er-Marke verfehlte der Mehrkämpfer zwar, geliefert hat er aber dennoch: «Drei gute Würfe über 60 Meter, das ist solide. Damit kann ich zufrieden sein.»
Im Diskuswettbewerb verpasste Kim Flückiger den finalen Durchgang. Der Entscheid, auch im Diskuswettbewerb anzutreten, obwohl der Fokus klar auf dem Speerwerfen lag, sei eine Art Hommage an das Heimmeeting gewesen: «Wettkämpfe in Zofingen sind immer schön.» Jil Lüscher





