Der Grenze entlang: Zwischen OFT und MTL
Zofingen Die 83. Folge der beliebten Mühlethaler Geschichten
Mühlethals Grenze zu Oftringen beginnt, wie in der letzten Geschichte beschrieben, im Westen am Dreifachgrenzpunkt mit Zofingen hinter der Textilfabrik Bethge, wo das Hottigerischlag-Bächli in den Stadtbach mündet.
Die Dreifachgrenze war mit 459 Metern über Meer der tiefste Punkt Mühlethals. Wenn man dem Bachlauf etwa 200 Meter bergauf folgt, kommt man zu einer Röhre. Durch diese unterquert das im Waldstück «Hottigerischlag» quellende Bächli die Strasse, die dem Waldrand entlang von der Hottigergasse in Richtung Härdöpfuhoger führt. Hier macht die Grenze einen Bogen nach Osten, was mit vier Grenzsteinen markiert ist.
«Bedeutende Hoheitsgrenzpunkte»
Die unteren zwei sind im Wald versteckt. Erst im Herbst 2025 wurden sie vom kantonalen Vermessungsamt gesucht und gereinigt. Beide stehen sehr schief, wie auch das Protokoll auf der Onlinekarte «Bedeutende Hoheitsgrenzpunkte» festhält. Der erste befindet sich in einem unwegsamen Steilhang, der zweite – der von Brombeeren umwuchert ist – musste gar ausgegraben werden. Von ihm ist nur eine Seite mit der Inschrift «MTL» sichtbar.
Die weiteren beiden Steine befinden sich in der Wiese und sind von der Härdöpfuhoger-Strasse aus gut zu sehen: Derjenige, der direkt an der Strasse steht, ist 23 cm hoch und hat Richtungskerben. Der zweitoberste ist einige Meter von der Strasse entfernt und ragt 45 cm aus dem Boden. Er ist mit «MTL» und «OFT» angeschrieben.
Ein ähnlicher Grenzstein steht in der Nähe des Vitenhofs an der Grenze Zofingen-Oftringen und trägt die Inschriften «ZOF» und «OFT» sowie die Jahrzahl 1897. Die «MTL»-Steine dürften ein ähnliches Alter haben.
Mühlethaler Häuser an der Oftringer Strasse
Entlang der Härdöpfuhogerstrasse bleibt die Grenze Oftringen-Mühlethal auf der Talseite. Das heisst: sie gehört entlang des Waldrandes bis zu den vordersten Häusern des Härdöpfuhoger noch zu Oftringen. Auf manchen Karten ist die Strasse deshalb sogar mit «Hottigergasse» angeschrieben, obwohl die Mühlethaler Häuser daran offiziell die Adresse «Härdöpfuhoger» haben und schon bei der Abzweigung beim Haus Loosli (Hottigergasse 34) ein Strassenschild «Härdöpfuhoger» steht. Somit ist das Bauernhaus von Familie Bertschi-Studer, das einst die Mühlethaler Feuerversicherungsnummer 1 trug (heute Härdöpfuhoger 17) nur über eine Oftringer Strasse erreichbar. Das gleiche gilt für die frühere Hausnummer 2 (heute Härdöpfuhoger 9), wo einst Familie Burki wohnte. Fussballer Sandro Burki, heute CEO des FC Aarau, ist hier aufgewachsen.
Erst bei der Abzweigung Chüegasse, vor dem Haus Härdöpfuhoger 5, wo einst Guido Roth (1925–2020) lebte, wechselt die Strasse dann auf Mühlethaler Boden.
Hier auf 544 Metern über Meer stand einst ein Grenzstein, der auf dem Bild aus der Sammlung von Ernst Roth links zu erkennen ist.
Christian Roth





