Der Tradition verpflichtet
Aarburg 1.-August-Feier am Landhausquai
Im traditionellen Rahmen wurde der 735. Geburtstag der Eidgenossenschaft in Aarburg gefeiert. Einzige Ausnahme war das fehlende Feuer auf der Woog, wie Stadtpräsident Hans-Ulrich Schär bei seinen Begrüssungsworten betonte.
Dank des herrlichen Sommerabends war der Landhausquai bereits nach sieben Uhr gut gefüllt. Der Männerturnverein und die Musigburg boten Getränke und Grilladen an, was eifrig benutzt wurde. Die Tribute-Band «Rumpelstoff» erwies dem unvergessenen Polo Hofer die Ehre und liess die Temperatur noch einmal einige Grad hochschnellen. Nach dem Glockengeläut der Stadtkirche trat der Grossratspräsident Urs Plüss ans Rednerpult. Er fragte sich zuerst: Was gehört denn in eine 1.-August-Rede? Statt Tell und Rütli kam ihm seine Jugendzeit mit Vulkanen und Sonnen an Telefonmasten in den Sinn. Um auf Nummer sicher zu gehen, suchte er eine Anleitung für die perfekte Rede und fand eine. Er beschloss, die Anleitung zwar zu befolgen, sie aber nicht allzu ernst zu nehmen. Wilhelm Tell kam in der Rede nicht vor, aber die grösste Schweizer Erfindung: Der Kompromiss. «Er macht zwar niemanden restlos glücklich – aber erstaunlich viele zufrieden. Und wenn alle ein wenig unzufrieden sind, weiss man: Der Kompromiss ist gelungen», sagte Plüss. Mit dieser Aussage traf er den Nagel auf den Kopf. Die Rede des Grossratspräsidenten regte zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln an.
Übung macht den Meister
Die Begleitung für das anschliessende Singen des Schweizer Psalms fiel etwas kümmerlich aus, aber Levi Bo von den Rumpelstoff versprach, dass sie diesen bis zum nächsten Mal üben werden!
Da das Feuer ausfiel, genossen die Gäste das gemütliche Beisammensein, den herrlichen Sommerabend und auch das eine oder andere Bier.
Heinz Hug



