Die Galliker AG investiert im grossen Stil in die E-Infrastruktur

Altishofen Vergangene Woche fand der Spatenstich statt

Die Galliker Transport AG, im Bild CEO Peter Galliker, hat mit der «E-Power-Bridge» eine weitere Lademöglichkeit für Elektrolastwagen eröffnet.

Die Galliker Transport AG, im Bild CEO Peter Galliker, hat mit der «E-Power-Bridge» eine weitere Lademöglichkeit für Elektrolastwagen eröffnet.

Der Spatenstich für die neuen E-Lade-Stationen.Bilder: chm

Der Spatenstich für die neuen E-Lade-Stationen.Bilder: chm

Die Logistikfirma aus Altishofen baut weitere 40 Ladestationen für E-LKW. In den nächsten fünf Jahren investiert sie insgesamt rund 120 Millionen Franken. Das Altishofer Logistikunternehmen Galliker hat in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau der erneuerbaren Energien gesteckt. Und die Firma gibt weiter Vollgas.

Das zeigte sich anschaulich beim Spatenstich vergangene Woche für das neuste Projekt «E-Park and Ride», das auf dem grossen Parkplatz vor dem Hauptsitz der Firma entsteht. Während vorne die offiziellen Ansprachen stattfanden, lud ein Baukipper im hinteren Teil bereits weggespitzten Asphalt auf.

Das «E-Park and Ride» umfasst zwei unterirdische Decks für 300 Autos, wovon rund 74 Parkplätze mit E-Ladestationen ausgerüstet sein werden. Das Herzstück sind die oberirdischen Parkplätze, wo dereinst 41 Elektro-Lastwagen mit hoher Leistung Strom tanken können. Aufgrund des hohen Gewichts muss die Einstellhalle entsprechend stabil sein und steht auf 38 Betonpfählen, die 20 Meter tief in den Boden bis zum felsigen Untergrund reichen. Zusätzlich entsteht ein kleines Gebäude mit einem Aufenthaltsraum für Mitarbeitende sowie einem Auditorium für rund 200 Personen. Die Eröffnung des «E-Park and Ride» ist für Sommer 2027 geplant.

Bis 2035 sollen 650 E-LKW fahren

Mit dem Spatenstich feiere man einen «weiteren Schritt in die Zukunft», sagte CEO Peter Galliker vor rund 60 geladenen Gästen, darunter Vertreter von Gemeinde, Kanton und Bund. Seitens der Luzerner Regierung überbrachte Baudirektor Fabian Peter (FDP) per Videobotschaft ein Grusswort und lobte den Mut der Familie Galliker. «Einmal mehr geht sie auf einen vorbildlichen Weg beim Netto-Null-Ziel, das der Kanton Luzern bis 2050 erreichen will.»

Nebst dem Spatenstich feierte das Unternehmen auch die Eröffnung der sogenannten «E-Power-Bridge», einem weiteren Stück E-Ladeinfrastruktur auf dem Firmengelände. Ziel sei es gewesen, erklärte Peter Galliker, eine einfache, standardisierte Lösung zu finden, die rasch aufgebaut werden kann. So besteht die «Brücke» unter anderem aus einer Stahlkonstruktion, wie sie etwa auch über Autobahnen angebracht werden.

Innerhalb weniger Jahre hat die Galliker AG mittlerweile rund 100 E-LKW angeschafft. Bis Ende 2027 sollen weitere 120 folgen. Ziel ist es laut Peter Galliker, dass die nationale Firmenflotte bis 2035 rund 650 E-Lastwagen umfasst, was rund 70 Prozent aller LKW entspricht. Damit könne man den CO2-Ausstoss um jährlich 42'000 Tonnen reduzieren, beziehungsweise rund 15 Millionen Liter Diesel einsparen.

Grosse Batteriespeicher an allen Galliker-Standorten

Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und den steigenden Strombedarf zu decken, hat die Firma zwischen 2020 und 2024 bereits rund 20 Millionen Franken alleine in die E-Infrastruktur investiert – LKW nicht mitgezählt – wie Solaranlagen, den Netzausbau oder Batterien. Ein Vorzeigeprojekt ist der unterirdische Elektropowertunnel, womit am Hauptsitz 28 Elektrolastwagen geladen werden können. Das Bundesamt für Energie (BFE) zeichnete das Logistikunternehmen dafür vor einem Jahr mit dem renommierten Watt d’Or-Preis für energieeffiziente Mobilität aus.

Und die Firma baut weiter kräftig aus: Wie Peter Galliker sagte, fliessen in den nächsten fünf Jahren weitere 120 Millionen Franken in die E-Infrastruktur. So will das Unternehmen an allen rund zehn nationalen Standorten eine nachhaltige Infrastruktur errichten. Zentrales Element werde jeweils ein Batteriespeicherpaket sein, wo der überschüssige Solarstrom von den Galliker-Dächern gespeichert und von den Fahrzeugen geladen werden kann. Dazu werde man insgesamt 14 Grossspeicheranlagen anschaffen, wovon jede rund 3,5 Millionen Franken kostet.

Das sei unter anderem möglich dank eines Förderbeitrags des BFE, sagte Galliker. Der Bund unterstützt im Rahmen des vor zwei Jahren vom Stimmvolk angenommenen Klimaschutz-Gesetzes grössere Pionierprojekte mit insgesamt 1,2 Milliarden Franken, erklärte Richard Phillips, Leiter Sektion Industrie und Dienstleistungen, auf Nachfrage. Wieviel Geld zur Galliker AG fliesst, könne er noch nicht verraten, da das BFE erst im März über die unterstützten Projekte informiert. Die Galliker AG habe das BFE beeindruckt, weil das Unternehmen mit «Vision und Tatkraft» vorangehe, so Phillips.

Reto Bieri