Die Rathauspassage wurde zum Laufsteg
Zofingen «klein aber fein» lud zur ersten Modenschau – und garantiert nicht zur letzten
Ein paar Schritte über die Rathausgasse – und schon war der Laufsteg erreicht. Für einen Abend verwandelte sich die Rathauspassage mitten in der Zofinger Altstadt in eine kleine Modewelt mit viel italienischem Flair.
Die Models kamen direkt aus der gegenüberliegenden Boutique «klein aber fein» (ehemaliger Purzelbaum), überquerten die Gasse und präsentierten in der Passage die neuen Herbstkollektionen. Und weil es sich bei ihnen nicht um Profis, sondern um Kundinnen, Kunden und gute Freunde handelte, wirkte der Abend weniger wie eine klassische Modenschau als wie ein Fest unter Freunden.
Dazu passte die Atmosphäre: Italienische Musik begleitete die Models, Moderator Ben Berg führte mit viel Humor durch den Abend und im Publikum wurde gelacht, applaudiert und mitgefiebert. Selbst Passantinnen und Passanten, die eigentlich nur in der Altstadt unterwegs waren, blieben neugierig stehen. Einige schauten kurz, andere blieben gleich länger und liessen sich von der guten Stimmung anstecken.
Italien trifft Deutschland
Auf dem Laufsteg zeigte sich der Herbst von seiner schönen Seite. Mode für Damen aus Florenz und Venedig traf auf Herrenmode aus Deutschland, kombiniert mit Taschen, Hüten, Schmuck und italienischen Schuhen. Und vor allem zeigte sich: Guter Stil kennt kein Alter. Ob 30 oder 70 – die zeitlosen Kombinationen funktionierten an ganz unterschiedlichen Menschen und gerade das machte einen Teil des Charmes aus.
Auch Gastgeberin Alexandra Oberholzer überliess den Laufsteg nicht allein ihren Models. Die Inhaberin von «klein aber fein» präsentierte selbst sportliche Looks und flauschige Herbstmode – und hatte dabei sichtlich genauso viel Spass wie ihre Models.
Bei den Schuhen waren unter anderem Modelle von Ammann, Brunate, Nero Giardini, Donna Toscana und Giuseppo zu sehen. Ammann verbindet dabei Schweizer Design mit italienischem Handwerk: Die Schuhe werden in Oberentfelden entworfen und im Piemont von Hand gefertigt. Eigens angereist war Fabrizio Serafini vom gleichnamigen Schuhlabel. Wenn seine sportlich-eleganten Sneakers über den Laufsteg kamen, war ihm die Freude darüber deutlich anzusehen.
Dass an diesem Abend weit mehr als Kleider und Schuhe im Mittelpunkt standen, zeigte sich spätestens zum Schluss. Alexandra Oberholzer, Inhaberin von «klein aber fein», nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Models, allen Beteiligten und den zahlreichen Gästen für ihre Unterstützung zu bedanken.
Dankbar für die grossartige Unterstützung
Wie viel ihr diese Unterstützung bedeutet, zeigte sich später im persönlichen Gespräch. Da wurde Oberholzer emotional. Dass «klein aber fein» vom ersten Tag an so herzlich aufgenommen worden sei, sei alles andere als selbstverständlich. «Wir wurden vom ersten Tag an akzeptiert», sagte sie sichtlich bewegt. Und fügte hinzu: «Danke an Zofingen, Brittnau und Umgebung – ihr seid einfach ganz tolle Menschen.» Besonders dankbar ist sie auch Jsa Jeisy. Die Geschäftsführerin von b-blumen lief nicht nur als Model mit, sondern stellte die zugehörige Passage zur Verfügung.
Mit dem letzten Auftritt auf dem Laufsteg war der Abend noch lange nicht zu Ende. Das benachbarte Oanh Café Bistro servierte beim anschliessenden Apéro vietnamesische Köstlichkeiten, die Gespräche gingen weiter – und Ben Berg griff noch einmal zum Mikrofon. Diesmal moderierte er nicht, sondern machte selbst Musik.
So wurde aus einer Modenschau ein herzlicher Abend mitten in der Altstadt, bei dem Mode Menschen zusammenbrachte, die sich zum Teil längst kannten – und andere ganz spontan dazukamen. Und wer ihn verpasst hat, bekommt eine zweite Chance: Im Frühling soll die Rathauspassage erneut zum Laufsteg werden. Regina Lüthi







