Ein Tag voller Gänsehautmomente in der Biosphäre Entlebuch
Oftringen Vereinsreise des Natur- und Vogelschutzvereins

Bus aus, Tür auf – und da ist er schon. «Gug-gug», schallt es durchs Salwideli. Besser kann ein Tag in der Unesco Biosphäre Entlebuch nicht starten. Der Kuckuck persönlich heisst den Natur- und Vogelschutzverein Oftringen willkommen.
Erst einmal ankommen: Kaffee dampft, Gipfeli duften. Feldstecher umhängen, Notizbücher zücken. Dann übernimmt Paul Roggenmoser. Ab auf die Pirsch! Der Weg zieht die Teilnehmenden Richtung Hochmoor, und das Fernglas kommt kaum zur Ruhe. Wiesenpieper wippen auf dem Feld. Daneben der Baumpieper auf Zaunpfählen, startet zum Singflug, wie ein kleiner Fallschirm. Über den Köpfen zieht plötzlich ein Schatten: zwei Gänsegeier! Majestätisch kreisen sie im Aufwind. Wow. Mitzählen, staunen, flüstern. Am Ende sind es 31 Arten. Aber eine davon vergisst so schnell niemand: die Klappergrasmücke. Keine 20 Meter entfernt sitzt sie in einer Tanne. Perfektes Licht, volle Sicht. So nah, so ruhig, so schön haben sie die Interessierten noch nie gesehen. Da hält die ganze Gruppe den Atem an. Auch an den Fichten gibt es Spuren zu lesen. Frische Hackspuren vom Dreizehenspecht an den alten Fichten – als hätte er den Beobachtern eine Nachricht hinterlassen.
Der Rückweg ins Salwideli wird richtig bunt: Nina findet viele Blüemli, die sie für ihren Freund zu einem Blumenchränzli bindet. Viele Orchideen in den Matten (die bleiben natürlich stehen), ein Bild, das man nicht mehr vergisst.Zurück im Salwideli knurrt der Magen. Das Mittagessen haben sich alle redlich verdient. Gestärkt geht es in den Saal. Dort wird es noch einmal spannend: Wie ist diese Unesco Biosphäre Entlebuch eigentlich entstanden? Der Vortrag nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Zeitreise. Von der Idee bis zum Naturpark heute. Es ist faszinierend, was hier geleistet wurde.
Den Schlusspunkt setzt der Buschauffeur. Er chauffiert alle sicher nach Alberswil ins Agrarmuseum. Kaffee, ein feines Dessert, nochmals durchatmen und die Erlebnisse teilen. Mit vollem Rucksack an Eindrücken machen sich alle zufrieden auf den Heimweg. Susanne Stocker