Einwohnergemeinde weist einen Jahresgewinn von 7.21 Millionen Franken aus

Zofingen Das Rechnungsjahr 2025 schliesst sehr gut ab – dennoch ist Vorsicht geboten

Der Zofinger Stadtrat ist mit der Entwicklung des Finanzhaushalts im Geschäftsjahr 2025 rein vom Ergebnis her zufrieden. Ein deutlich höherer Steuerertrag und ein sorgsamer Ressourceneinsatz ermöglichen bei derEinwohnergemeinde einen Jahresgewinn von 7.21 Mio. Franken.

Gleichzeitig wird im Detail deutlich, dass der gute Abschluss vielfach von glücklichen Umständen geprägt ist. Grössere Schwankungen unbeeinflussbarer Positionen sorgen für Unsicherheit und verlangen nach einem noch sorgsameren Umgang mit den anvertrauten Steuergeldern.

Die Jahresrechnung 2025 der Einwohnergemeinde fällt positiv aus. Mit dem erzielten Gewinn von 7.21 Mio. Franken (ohne Spezialfinanzierungen) wird das Budget 2025 um 6.37 Mio. Franken übertroffen.

Den Hauptanteil an diesem guten Ergebnis trägt der Zuwachs bei den Steuern, wie sich bereits mit dem im Februar 2026 veröffentlichten Steuerabschluss andeutete. Insbesondere im Bereich der Fiskalerträge von juristischen Personen konnte ein deutlicher Zuwachs erzielt werden. Die restlichen Steuererträge zeigen jedoch eine durchwachsene Entwicklung. Die Erträge der natürlichen Personen weisen vor allem im Bereich der Einkommenssteuern eine schwache Entwicklung aus – ein Wendepunkt im Vergleich zur bisherigen Entwicklung.

Auf gleiche Weise uneinheitlich entwickeln sich die restlichen Aufwand- und Ertragspositionen in der Erfolgsrechnung. Viele Positionen zeigen eine zwar gute Entwicklung im Vergleich zum Budget – unter anderem ein tieferer Personalaufwand (-0.91 Mio. Franken) oder geringere Ausgaben für die wirtschaftliche Sozialhilfe (-0.60 Mio. Franken). Gleichzeitig sind einzelne Aufgabenbereiche von Budgetüberschreitungen geprägt, z. B. höhere Beiträge an die Restkosten für die Pflegefinanzierung (+0.93 Mio. Franken). Ein klar positiver Trend ist in der Jahresrechnung jedenfalls nicht erkennbar. Vor allem wenig beeinflussbare Aufwandpositionen zeigen stärkere Schwankungen und sorgen für Verunsicherung.

Steuerertrag stabilisiert die unsichere Entwicklung

Die Fiskalerträge liegen mit gesamthaft 47.7 Mio. Franken um 5.78 Mio. Franken über dem Budget. Die Aktiensteuererträge, das heisst die Steuern von juristischen Personen, übertreffen mit 7.82 Mio. Franken sehr deutlich die Erwartungen von 3.30 Mio. Franken. Im Vergleich zum Vorjahr ist ebenfalls ein Zuwachs um 3.97 Mio. Franken zu verzeichnen.

Im Gegenzug zeigen die Fiskalerträge von natürlichen Personen ein durchwachsenes Bild. Die verbuchten Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen (direkte Steuern) sind mit 38.2 Mio. Franken zwar um 0.91 Mio. Franken über dem Budget. Allerdings bewegen sich die Einkommenssteuern nur aufgrund von Nachholeffekten aus der starken Veranlagung von Vorjahren auf hohem Niveau – das ist ein entscheidender Wendepunkt. Die Vermögenssteuern weisen mit 4.69 Mio. Franken wie die Quellensteuern mit 1.70 Mio. Franken einen über dem Budget liegenden Wert aus. Gegenüber den Vorjahreswerten ist die Entwicklung dennoch schwach.

Die Investitionstätigkeit wird fortgesetzt

Aus der Investitionsrechnung der Einwohnergemeinde resultieren Nettoinvestitionen von 14.24 Mio. Franken gegenüber budgetierten 25.82 Mio. Franken. Der Realisierungsgrad liegt damit bei 55.2 %. Diese niedrige Quote ist unter anderem durch die spätere Einreichung von Abrechnungen beim Bau des Oberstufenzentrums bedingt. Dadurch wird die Investitionsrechnung verzögert belastet. Parallel bleiben die Investitionsausgaben für Strassenbauprojekte (v. a. Gemeindestrassen) hinter den Erwartungen. Als positiver Nebeneffekt ergeben sich Einsparungen beim Aufwand für Fremdkapitalzinsen. Mit der erzielten Selbstfinanzierung von 11.29 Mio. Franken ergibt sich Ende 2025 ein Finanzierungsfehlbetrag von 2.94 Mio. Franken. Das Nettovermögen reduziert sich damit per 31. Dezember 2025 auf 7.70 Mio. Franken, respektive 589 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.

Casalegre bleibt auf Erfolgskurs

Das Casalegre – bestehend aus den Spezialfinanzierungen «Seniorenzentrum» und «Alterswohnungen Rosenberg» – ist letztmalig in der städtischen Jahresrechnung enthalten. Zum vierten Mal in Folge weist die Spezialfinanzierung «Seniorenzentrum» einen Jahresgewinn aus – dieses Jahr 0.20 Mio. Franken. Die Erfolgsrechnung der Spezialfinanzierung «Alterswohnungen Rosenberg» schliesst mit einem Verlust von 0.06 Mio. Franken ab. Die Nettoschuld der Alterswohnungen sinkt per Ende 2025 um 0.29 Mio. Franken auf 9.21 Mio. Franken.

Abschlüsse der übrigen Spezialfinanzierungen

Die Erfolgsrechnung der Abwasserbeseitigung schliesst mit einem Verlust von 0.61 Mio. Franken gegenüber einem budgetierten Verlust von 0.07 Mio. Franken ab. Aus der Investitionsrechnung resultieren Nettoausgaben von 0.54 Mio. Franken, welche unter Berücksichtigung der Selbstfinanzierung von -0.46 Mio. Franken für einen Finanzierungsfehlbetrag von 1.00 Mio. Franken sorgen. Das Nettovermögen reduziert sich per Ende 2025 auf 0.49 Mio. Franken.

Die Spezialfinanzierung Abfallwirtschaft weist einen Verlust von 0.06 Mio. Franken aus, womit sich das Nettovermögen per Ende 2025 auf 1.29 Mio. Franken reduziert.

Die Erfolgsrechnung der Heilpädagogische Schule (HPS) schliesst mit einem Gewinn von 0.60 Mio. Franken ab. Die Nettoschuld der HPS gegenüber der Einwohnergemeinde reduziert sich auf 10.28 Mio. Franken.

Der Stadtrat nimmt die Warnzeichen ernst

Der Stadtrat kommt zum Schluss, dass mit dem Jahresergebnis 2025 ein gutes Ergebnis erreicht wurde. Es bildet eine solide Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung des Finanzhaushalts. Mit entsprechender Vorsicht können das Leistungsangebot und die Zukunft der Stadt wegweisend gestaltet werden. Gleichzeitig setzt sich der Stadtrat das Ziel, bei den Steuererträgen noch mehr darauf zu achten, Abhängigkeiten zu reduzieren und aktiver auf die Zusammensetzung der Steuerzahlenden einzuwirken.

Stadt Zofingen