«Es gibt keinen grösseren Stolz, als dieses Land international zu vertreten»

Murgenthal Sportschütze Jan Lochbihler sprach an der Bundesfeier

Gemeinderätin Mirjam Plüss überreicht Jan Lochbihler für seinen Auftritt einen Geschenkkorb und die Murgenthaler Ortsgeschichte.

Gemeinderätin Mirjam Plüss überreicht Jan Lochbihler für seinen Auftritt einen Geschenkkorb und die Murgenthaler Ortsgeschichte.

Die Sitzbänke an der Murgenthaler Bundesfeier waren sehr gut besetzt.Bilder: Thomas Fürst

Die Sitzbänke an der Murgenthaler Bundesfeier waren sehr gut besetzt.Bilder: Thomas Fürst

«Es gibt keinen grösseren Stolz, als dieses Land international zu vertreten»

Rund 200 Personen durfte die Murgenthaler Gemeinderätin Mirjam Plüss am Freitagabend zur Bundesfeier bei der Mehrzweckhalle willkommen heissen. Und mit Jan Lochbihler einen zwar höchst erfolgreichen, aber trotz zahlreichen Welt-, Europa- und Schweizermeistertiteln nicht allzu bekannten Sportschützen als Bundesfeier-Redner begrüssen.

In seiner humorvollen Ansprache sprach Lochbihler davon, was die Schweiz für ihn bedeutet. Sein Heimatland stehe gleichzeitig für Tradition und Innovation, wobei die Traditionen keine Museumsstücke seien. «Das Alphorn ist das erste Schweizer WLAN – es funktioniert überall», meinte er mit einem Augenzwinkern. Gleichzeitig stehe das Land für Innovationskraft: Sackmesser, Lochkarte, Velokette, LSD, Toblerone, Nespresso-Kapsel und die präzisesten Uhren der Welt zeugten vom helvetischen Erfindergeist.

Höchstleistungen erbringt das kleine Land aber auch im Sport. Der Anteil der Schweizer an der Weltbevölkerung beträgt gerade einmal 0,11 Prozent. Anders ausgedrückt: Auf jeden Schweizer kommen 157 Chinesen. Trotzdem gehört die Schweiz zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt. 402 olympische Medaillen seit 1896 zeugen davon.

«Wir sind ein kleines Land – aber wir leisten Grosses», betonte Lochbihler und erinnerte an einen seiner grössten Momente: Als er zuoberst auf dem Podest stand, das Publikum Standing Ovations spendete und die ersten Töne der Schweizer Hymne erklangen. Diese Gefühle könne man nicht beschreiben. «Es sind Momente, die einen verändern», meinte er – so wie etwa die Geburt eines Kindes. «Diese Momente verbinden uns. Sie machen uns menschlich», führte der Sportschütze weiter aus.

Deshalb würden wir heute die Menschen feiern, die dieses Land jeden Tag tragen, ebenso wie die Familien, die Werte weitergeben, oder Sportler, die das Land international vertreten. Er schloss mit den Worten: «Es gibt keinen grösseren Stolz, als dieses Land international zu vertreten. Keinen stärkeren Moment, als die Hymne zu hören. Keinen besseren Ort, um Freiheit zu leben.»

Nach grossem Applaus aus dem Publikum verdankte Mirjam Plüss die Ausführungen von Jan Lochbihler mit der Übergabe eines Geschenkkorbs und der Murgenthaler Ortsgeschichte. Gleichzeitig bedankte sie sich bei der Band STREEO sowie bei der heimischen Musikgesellschaft, die auch für die Festwirtschaft verantwortlich war, für die wunderbare musikalische Umrahmung der Feier.

Thomas Fürst