«Föderalismus ist Demokratie in Gehdistanz»

Oftringen Grossrätin Lucia Engeli hielt die 1.-August-Ansprache zum Thema Demokratie

Festrednerin Dr. Lucia Engeli lobte das planerische Vorgehen der Gemeinde im Zusammenhang mit deren Wachstum.

Festrednerin Dr. Lucia Engeli lobte das planerische Vorgehen der Gemeinde im Zusammenhang mit deren Wachstum.

An mehreren Fassstrassen in der Mehrzweckhalle durften sich die Gäste bedienen.Bilder: Beat Wyttenbach

An mehreren Fassstrassen in der Mehrzweckhalle durften sich die Gäste bedienen.Bilder: Beat Wyttenbach

Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher feierten am Samstagmorgen den Nationalfeiertag auf dem Areal der Schulanlage Oberfeld. Im Zentrum der Bundesfeier standen die Werte der Demokratie, der Zusammenhalt und die Frage, wie Gemeinden den gesellschaftlichen Wandel erfolgreich gestalten können.

Mehrere 100 Personen waren am Samstagmorgen zur 1.-August-Feier auf dem Areal der Schulanlage Oberfeld / Mehrzweckhalle erschienen. Nach dem Brunch hiess Gemeindepräsident Markus Steiner (SP) die Gäste herzlich willkommen. «Die Bundesfeier steht im Zusammenhang mit Zusammenhalt. Dieser ist heute wichtiger denn je», betonte er. Als Gastrednerin ankündigen durfte er seine Parteikollegin Dr. Lucia Engeli, ihres Zeichens Ärztin, Grossrätin und kantonale SP-Co-Präsidentin. Die Feier wurde musikalisch umrahmt durch die Musikgesellschaft Oftringen-Küngoldingen sowie durch die Trachtengruppe Oftringen.

Die Festrednerin widmete ihre Rede der Demokratie. Helvetia sei das Wahrzeichen unseres Landes; aufrecht, mit Schild und Lanze. Sie stehe für Freiheit und Rechte; beschützend, wehrhaft, einigend und staatstragend. Sie symbolisiere aber auch den Föderalismus und die direkte Demokratie: «Streit oder Meinungsverschiedenheiten werden nicht vermieden, sondern ausdiskutiert», hielt sie fest. Oder: «Föderalismus ist Demokratie in Gehdistanz.»

Oftringen lebe diese Nähe auf besondere Art, denn die 15 000-Seelen-Gemeinde verfüge über Erfahrungen mit Gemeindeversammlungen und einem Einwohnerrat (1974 bis 1989). Die erste Variante sei anspruchsvoll, denn sie lebe davon, «dass Menschen tatsächlich kommen, zuhören, mitdenken, vielleicht widersprechen – und nach dem Entscheid weiterhin miteinander auskommen». Oftringen habe seit 1950 seine Einwohnerzahl fast verdreifacht. Bei einer guten Planung brauche es dafür nicht nur Wohnraum, sondern auch Schulen, Begegnungsorte und Grünräume, um eine gemeinsame Heimat zu schaffen.

Oftringen habe diese Herausforderungen beispielhaft gemeistert: Die Gemeinde habe Siedlung und Verkehr gut aufeinander abgestimmt; man sei mit dem Boden haushälterisch umgegangen. Ferner habe man die mit einem Wachstum verbundenen planerischen Herausforderungen angenommen. Und schliesslich habe Oftringen mit dem Fernwärmeverbund der Kehrichtverwertungsanlage ERZO Verantwortung übernommen, um seine Bevölkerung mit entstehender Wärme zu versorgen. Die Gemeinde habe über die Aargauer Grenzen hinaus verantwortungsvoll gehandelt, denn die aktuelle Klimakrise verlange nach solchen Anpassungen. – Dann schloss sie den Bogen zurück zu Helvetia und wünschte ihr Mut, Vorbildhaftigkeit sowie Offenheit für all diese Entwicklungen. Oftringen diene ihr als Beispiel dafür, so Engeli abschliessend.

Beat Wyttenbach