Geschichten, die das Leben schreibt

Oftringen Besuchsdienst der reformierten Kirchgemeinde

Marianne Bänziger (links) besucht im Auftrag der reformierten Kirchgemeinde Oftringen ältere Menschen. Sozialdiakonin Judith Schreyger (rechts) ist dankbar für diesen engagierten, freiwilligen Einsatz.Bild: zvg
Marianne Bänziger (links) besucht im Auftrag der reformierten Kirchgemeinde Oftringen ältere Menschen. Sozialdiakonin Judith Schreyger (rechts) ist dankbar für diesen engagierten, freiwilligen Einsatz.Bild: zvg

Marianne Bänziger ist für den Besuchsdienst der reformierten Kirchgemeinde Oftringen tätig und sagt: «In den Besuchen bei alternden Menschen ist es ein Privileg, ihnen mit Respekt und Anteilnahme zu begegnen und als Dank ihre leuchtenden Augen zu sehen.» Sie ist eine der mehr als 770 Freiwilligen, die im Auftrag von reformierten Kirchgemeinden im Aargau Menschen besuchen, oft zu runden Geburtstagen, aber auch Neuzuzüger oder Verwitwete. So wurden im vergangenen Jahr kantonsweit mehr als 11'000 Menschen besucht und 17'000 Besuchsstunden geleistet. Für die Menschen da zu sein, ist das Hauptanliegen der diakonischen Arbeit von Kirchgemeinden. Karin Grösser, Co-Leiterin der Fachstelle Diakonie der Reformierten Landeskirche Aargau, sagt: «Der Staat kann viele Aufgabe nicht übernehmen. Die Kirchen schliessen vorhandene Lücken, setzen sich für die Gesellschaft ein und bieten Unterstützung.» Nicht nur durch Besuchsdienste, sondern auch durch Budget- und Schuldenberatung, Wegbegleitung in schwierigen Lebenssituationen, Mittagstisch-Angebote, Integration von Flüchtlingen, Begleitung am Lebensende oder Angebote für Familien. Diese Arbeit ist nur dank tatkräftigem Einsatz der Freiwilligen möglich. Diakonie ist helfendes Handeln für Andere, mit Anderen und durch Andere.

Marianne Bänziger freut sich jedes Mal auf die Begegnungen, die Geschichten und die Glaubenserfahrungen der Menschen, die die ganze Fülle des Lebens umfassen. Sie erzählt von einer eindrücklichen Erfahrung: «Beim Besuch einer hochbetagten Frau in einer Einrichtung setzte mich zu ihr ans Bett und begrüsste sie leise. Da sie unruhig und nicht direkt mehr ansprechbar war, fing ich an, ruhige Lieder zu summen, berührte ihre Hand leicht und betete. Wundersamerweise kam sie zur Ruhe. Spürbarer Frieden erfüllte den Raum. Dankbarkeit erfüllte mein Herz. Einen Tag später durfte sie sich von dieser Welt verabschieden.».

Der Besuchsdienst der reformierten Kirchgemeinde Oftringen wird von Sozialdiakonin Judith Schreyger (judith.schreyger@kirche-oftringen.ch) organisiert. Sie ist dankbar für das grosse Engagement der Freiwilligen und freut sich auch über Neuanmeldungen.

Karin Grösser