«Hauptsache, die Fahne ist nicht violett!»
Rothrist Der Musikverein enthüllte am vergangenen Samstag feierlich sein neues Schmuckstück
Am vergangenen Samstag wurde im Gemeindesaal Breiten die neue Fahne des Musikvereins Rothrist eingeweiht. Im feierlichen Rahmen hatte die «alte Dame» ihren letzten Auftritt, bevor ihre Nachfolgerin erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Noch war sie gut verborgen – und das Geheimnis um ihr Aussehen war tatsächlich eines. Ausser der siebenköpfigen Fahnenkommission hatte niemand die neue Vereinsfahne des Musikvereins Rothrist gesehen. Entsprechend gespannt warteten am Samstagabend nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch die zahlreichen Gäste im Gemeindesaal Breiten auf den Moment der Enthüllung. Durch den Abend führte Andrea Urech.
Bevor das Geheimnis gelüftet wurde, gehörte die Bühne zunächst der Musik. Unter der Leitung von Peter Streit brachte der Musikverein ordentlich Schwung in den Gemeindesaal. Mit «Thank You for the Music» von Abba erwies das Ensemble seiner bisherigen Fahne musikalisch die Ehre. Es folgten Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren sowie ein deutsches Medley. Auf die Frage von Andrea Urech, welcher deutsche Song dabei auf keinen Fall fehlen dürfe, wurden aus dem Publikum zwar die «99 Luftballons» ins Rennen geschickt – zum Zug kam schliesslich aber Falco.
Bloss nicht violett
Mit Humor steigerte Präsident Dominik Zenger die Spannung vor der Enthüllung noch einmal. Er verglich den Moment mit Weihnachten oder einem Geburtstag: Man freue sich auf ein Geschenk, packe es aus – und manchmal stelle sich ein kleiner «Oje-Effekt» ein. Artig bedanken müsse man sich trotzdem. Und was, wenn die neue Fahne ausgerechnet violett wäre? Für Zenger wäre dies offenbar ein solcher Moment gewesen.
Die Sorge erwies sich als unbegründet. Als die Hülle fiel, kam eine Fahne in kräftigem Rot, ergänzt mit Weiss und Grün, zum Vorschein. Rund 150 Stunden reine Handarbeit stecken in dem aus edler Damastseide gefertigten neuen Wahrzeichen des Vereins. Die Erleichterung beim Präsidenten dürfte entsprechend gross gewesen sein – die Freude bei den Musikantinnen und Musikanten und beim Publikum war es offensichtlich.
Anschliessend hiessen die eingeladenen Delegationen der Musikvereine aus den umliegenden Gemeinden sowie der Rothrister Vereine die neue Fahne auf traditionelle Weise willkommen. Nacheinander kamen die Fähnriche mit ihren Vereinsfahnen auf die Bühne. Beim gemeinsamen Fahnengruss schwangen sich die Fahnen entgegen und berührten sich fast schon liebevoll, begleitet vom «General-Guisan-Marsch».
Auch Marcel Dürr vom Aargauischen Musikverband gehörte zu den Gratulanten. Mit Humor erklärte er einige Regeln zum richtigen Umgang mit einer Vereinsfahne – und räumte ein, dass deren praktische Umsetzung bisweilen anspruchsvoller ist, als es ein Reglement vermuten lässt.
Ein letzter Auftritt für die «alte Dame»
Bevor die neue Fahne endgültig ihren Platz im Verein einnahm, gehörte die Aufmerksamkeit noch einmal ihrer Vorgängerin. Dem früheren Fähnrich Kurt Lanz wurde die Ehre zuteil, die alte Fahne ein letztes Mal zu präsentieren. Anschliessend wurde sie feierlich eingerollt und nach vielen Jahren im Dienst des Musikvereins verabschiedet.
Für den zweiten Teil des Abends durfte der Musikverein selbst zum Publikum werden. Die Brass Band Lenzburg Band A übernahm mit ihrem Konzert die Bühne. Damit konnten die Rothrister Musikantinnen und Musikanten ihre neue Fahne gemeinsam mit ihren Gästen und der Bevölkerung feiern – ohne selbst für den musikalischen Schlusspunkt sorgen zu müssen. Regina Lüthi





















