«Ich möchte, dass wir bei der Inklusion weiterkommen»
Strengelbach Mehr als 200 Gäste wohnten der 1.-August-Feier bei
«Ich möchte, dass wir bei der Inklusion weiterkommen»
Mehr als 200 Strengelbacherinnen und Strengelbacher feierten am Freitagabend den Nationalfeiertag auf dem Areal des Neumatt-Schulhauses. Im Mittelpunkt der Bundesfeier standen neben Musik und Geselligkeit die Themen Inklusion und Vielfalt – eindrücklich vermittelt im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Stiftung azb.
Am Freitagabend nahmen mehr als 200 Strengelbacherinnen und Strengelbacher an der 1.-August-Feier auf dem Areal des Neumatt-Schulhauses teil. Etliche Dorfvereine waren für das Rahmenprogramm verantwortlich: Die örtliche Musikgesellschaft sorgte für die klangvolle Umrahmung, die Guggenmusik «Sträggelebrätscher» zusammen mit der Schützengesellschaft waren für die Festwirtschaft zuständig, und der Frauenverein hielt ein Kuchenbuffet bereit. Serviert wurden Käseschnitten sowie Bratwürste, beides von der Einwohnergemeinde gesponsert.
Der offizielle Teil, so Gemeinderat Marco Kunz zur Begrüssung, beinhaltete das Thema «Vielfalt»: «Auch Menschen mit einer Einschränkung sollen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben», hielt er fest. Deshalb stehe die Stiftung azb, der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde, im Zentrum des Anlasses. Marcel Dürr, Mitglied der Bundesfeierkommission, hatte den azb-Geschäftsführer Marco Sutter zum Gespräch eingeladen. In diesem war zu erfahren, dass die 1962 gegründete azb, die nicht nur als Produktionswerkstätte, sondern auch als Wohnheim dient – übrigens auch für ihre Pensionierten – nach einer achtjährigen Phase des Aufbaus 20 Jahre lang Pionierarbeit leistete, die bezüglich Integration und Umsetzung etlichen anderen ähnlich gelagerten Stiftungen als Vorbild diente. «Ab 1990 haben wir ein vielfältiges Arbeitsangebot aufgebaut, und seit 2014 widmen wir uns der Gleichstellung von Menschen mit einer Beeinträchtigung. Ziel soll es sein, Menschen, denen dies möglich ist, zum Schritt in den ersten Arbeitsmarkt zu verhelfen», hielt Sutter fest.
Die Arbeitsangebote seien auf die Fähigkeiten der Einzelnen abgestimmt und reichten von einfachen Arbeiten über die Herstellung von Osternestchen bis hin zu komplexen Verkabelungen für General Electrics sowie eigener Wäscherei und Näherei. Die Menschen, die dort arbeiten, hätten psychische, körperliche, kognitive oder mehrfache Beeinträchtigungen. Derzeit sei man daran, auch Menschen mit auffälligen Verhaltensweisen ins Arbeitsleben zu integrieren. Die Menschen, die im azb wohnen, erhalten einen strukturierten Tagesablauf. Er lud Aussenstehende ein, vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild zu machen. «Inklusion beginnt immer mit Begegnung», laute das Motto des azb, und zum Schluss meinte er: «Ich wünsche mir, dass wir bei der Inklusion weiterkommen in der Gesellschaft.» Die Feier fand bei gemütlichem Beisammensein und dem Lampion-Umzug der Kleinen einen harmonischen Ausklang.
Beat Wyttenbach



