Kanton eröffnet neue Unterkunft

Oftringen Asylunterkunft konnte besichtigt werden

So präsentiert sich der Aussenbereich. Dahinter der Modulbau.Biod: Janine Müller
So präsentiert sich der Aussenbereich. Dahinter der Modulbau.Biod: Janine Müller

Am Tag der Öffentlichkeit machten sich viele Einheimische ein Bild davon, wie die Asylunterkunft am Ackerweg aussieht.

Oftringen, Samstagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Vor der neu erstellten Asylunterkunft stehen die Menschen Schlange. Zahlreiche Oftringerinnen und Oftringer möchten sich ein Bild davon machen, wie die Unterkunft am Ackerweg aussieht. Grüppchenweise werden die Interessierten von Vertreterinnen und Vertretern des Kantons Aargau durch den zweistöckigen Modulbau geführt.

Vor Ort sind auch der Oftringer Sozialvorsteher Werner Amsler (Pro Oftringen) und Gemeindepräsident Markus Steiner (SP), aber auch Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (SVP), der gespannt das Feedback der Anwesenden einholt. Denise Werren, die zuständig ist für die Betreuung von Asylunterkünften, und Pia Maria Brugger, Co-Leiterin des Kantonalen Sozialdiensts, sowie die weiteren Mitarbeitenden beantworten all die Fragen, die auftauchen.

Modulbau konnte der Kanton kostenlos übernehmen

«Wir sind begeistert, wie das Haus aussieht», sagt Brugger. «Diese Unterkunft ist ein Meilenstein und sie konnte dank der Gemeinde Oftringen realisiert werden. Sie wird ein Herzstück in der Asylbetreuung sein.» Der Weg dahin war nicht einfach. 2024 stoppte der Kanton das Projekt, weil die sich abzeichnenden Kosten höher waren als ursprünglich angenommen – unter anderem aufgrund der Vorschriften im Brandschutz und wegen zusätzlich nötiger Installationen. Darauf musste der Grosse Rat einen Zusatzkredit von 2,85 Millionen Franken genehmigen. 7,45 Millionen Franken waren letztlich nötig für den Aufbau des Modulbaus, welcher der Sozialdienst von der Firma F. Hoffmann-La Roche kostenlos übernehmen konnte.

In den letzten Monaten wurde intensiv gearbeitet. Nun ist die Unterkunft bereit. Im ersten Stock sollen Familien und Frauen untergebracht werden, im zweiten Männer. Duschen und WC-Anlagen sind geschlechtergetrennt. Im ersten Stock befinden sich zudem ein kleines Lehrerzimmer und zwei Schulzimmer, wo die asylsuchenden Kinder auf Primar- und Sek-1-Stufe unterrichtet werden. Im Erdgeschoss wiederum ist ein liebevoll eingerichteter Kindergarten untergebracht.

In den oberen Stöcken führen Gänge mit Betonboden zu den Zimmern. In jedem stehen vier Betten, das eine oder andere ist noch mit einem Babybett ausgestattet. Sollte mal eine grössere Familie einziehen, lassen sich die Zimmer dank Türen verbinden. Jedes Zimmer ist mit schmalen Spinden ausgestattet, Schuhe müssen in einem hohen Gestell im Gang eingeräumt werden.

Der grosse, helle Aufenthaltsraum, wo die Menschen essen und sich begegnen können, ist das Herzstück der Unterkunft. Hier sind an einer Wand auch sogenannte Essensboxen montiert. Jede Person erhält ihre Box, wo sie dann ihre nicht verderblichen Esswaren verstauen kann. Mit demselben Schlüssel haben die Personen auch Zugang zu einer Box in einem der Kühlschränke. Ein Töggeli-Kasten und ein Pingpong-Tisch stehen bereit, in einem Nebenraum gibt es einen Gemeinschaftsfernseher. Kochen werden die Menschen in den beiden Küchen. Von dort können sie direkt auf den Aussenplatz gelangen, wo auch ein Spielplatz eingerichtet ist.

Wer sich engagiert, wird belohnt

Die Asylsuchenden müssen sich an einen Ämtliplan halten, regelmässig anfallende Arbeiten wie das Wäschewaschen oder auch das später nötige Rasenmähen werden auf die Personen aufgeteilt, die sich damit einen Zustupf verdienen können. Grundsätzlich erhalten die Menschen 9 Franken pro Tag für Esswaren und 1 Franken Sackgeld. Wer sich engagiert, kann sich 7 Franken pro Tag dazuverdienen.

Janine Müller