Mehr sein als eine Region zum Durchfahren
Zofingen Netzwerkveranstaltung AareLandImpuls in Olten

Wie kann das AareLand seine zentrale Lage nutzen, ohne sich auf seine Rolle als Verkehrs- und Logistikdrehscheibe reduzieren zu lassen? Darüber diskutierten am AareLandImpuls in Olten mehr als 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Unter dem Titel «AareLand: Von der Transit- zur Boom-Region?» stand die wirtschaftliche Entwicklung der Region zwischen Aarau, Olten und Zofingen im Mittelpunkt. Remo Daguati, Inhaber der LOC AG und Mitglied des Rats für Raumordnung des Bundesrats, bezeichnete das AareLand aufgrund seiner Lage am Autobahnkreuz und an der Logistikachse des Mittellandes als «natürliche Versorgungsdrehscheibe der Schweiz». Für die weitere Entwicklung dürfe sich die Region jedoch nicht allein auf die Logistik konzentrieren. Gefragt seien eine klare Positionierung, geeignete Entwicklungsflächen und eine stärkere Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg.
Wachstum nicht um jeden Preis
Dass eine «Boom-Region» nicht zwingend das Ziel sein müsse, zeigte die anschliessende Podiumsdiskussion. «Der Begriff stresst mich», sagte Carlo Degelo, Abteilungsleiter Verkehr des Kantons Aargau. Eine Wirtschaftsregion dürfe nicht kurzfristig aus dem Boden gestampft werden, sondern müsse sich langfristig und nachhaltig entwickeln.
Diskutiert wurde auch über die Verfügbarkeit geeigneter Flächen und die zunehmende Umzonung von Arbeits- in Wohnzonen. Roman Caspar von Losinger Marazzi warnte davor, mit zu strengen Vorgaben Entwicklungsmöglichkeiten zu verhindern. Industrieareale und Logistikstandorte müssten auch für KMU und lokale Betriebe offenbleiben.
Wie schwierig die Standortsuche sein kann, schilderte Andreas Brägger von der Türenfabrik Safenwil AG. Geeignete Parzellen seien häufig zu gross oder zu klein gewesen, Gebäude hätten nicht gepasst oder Bodenbelastungen seien zum Hindernis geworden. Mithilfe der Wirtschaftsförderung Region Zofingen fand das Unternehmen schliesslich eine grosse Parzelle in Oftringen. Dort wird sich die Türenfabrik gemeinsam mit zwei weiteren KMU ansiedeln.
Akzeptanz für Entwicklung schaffen
Zur Sprache kam auch eine zunehmende Skepsis gegenüber wirtschaftlichem Wachstum. Daguati sieht deshalb die Unternehmen und Standortförderer in der Pflicht, besser zu vermitteln, weshalb wirtschaftliche Entwicklung notwendig ist. Statt abstrakter Botschaften brauche es konkrete Geschichten über Firmen, ihre Produkte und die Menschen, die dort arbeiten. Auch der direkte Austausch mit der Bevölkerung könne dazu beitragen.
Der AareLandImpuls machte damit deutlich: Die Region verfügt mit ihrer Lage, Verkehrsanbindung und ihren Entwicklungsflächen über gute Voraussetzungen. Wie stark sie diese nutzen kann, hängt jedoch nicht allein von verfügbaren Arealen ab, sondern ebenso von Zusammenarbeit, langfristiger Planung und der Akzeptanz wirtschaftlicher Entwicklung.
Karola Dirlam / PD