Metzgermeister sucht einen Nachfolger

Rothrist Aargauer Metzgermeister Alois Koller kümmert sich schon mit 48 Jahren um eine Nachfolgeregelung

Alois Koller bei der Arbeit in der gleichnamigen Metzgerei.bild: Alex Spichale
Alois Koller bei der Arbeit in der gleichnamigen Metzgerei.bild: Alex Spichale

Metzgermeister sucht einen Nachfolger

Alois Koller führt die gleichnamige Metzgerei und den dazugehörigen Dorfladen in Rothrist seit zehn Jahren. Er steht zwar noch mitten im Berufsleben, sucht aber bereits eine langfristige Nachfolgelösung – um mit 60 Jahren in Pension gehen zu können.

Alois Koller steht hinter der Fleischtheke, berät Kundinnen und Kunden und packt dort mit an, wo er gebraucht wird. In seiner Metzgerei an der Bernstrasse in Rothrist läuft das Geschäft – und doch beschäftigt ihn eine Frage: Wer übernimmt den Betrieb eines Tages? Koller führt die Metzgerei mit angeschlossenem Dorfladen gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin seit zehn Jahren. Im April feierte das Paar das Jubiläum. Der gebürtige Gettnauer denkt aber trotz laufendem Betrieb schon an die Zukunft: Er hält bereits jetzt nach einer langfristigen Nachfolgelösung Ausschau. «Ich möchte mich mit 60 Jahren pensionieren lassen», sagt er im Gespräch. «Darum will ich frühzeitig planen.»

Doch die Suche gestaltet sich schwierig. «Seit zwei bis drei Jahren bin ich dran – bisher ohne Erfolg», sagt Koller. Dass es bisher nicht geklappt hat, einen geeigneten Nachfolger zu finden, habe verschiedene Gründe. «Heutzutage möchte kaum noch jemand Metzger lernen», sagt Alois Koller bedauernd. Der Beruf sei in der Gesellschaft nicht mehr attraktiv.

Schrittweise Übergabe geplant

Seinen Nachfolger stellt sich Koller jung und motiviert vor – mit Freude am Beruf und am Umgang mit Menschen. Auch Führungsqualitäten und viel Energie seien gefragt. Die Übergabe möchte er schrittweise gestalten: «In den nächsten Jahren wäre ich noch Chef, danach könnte mein Nachfolger übernehmen – und ich würde weiter unterstützen, solange es mich braucht.»

Sein Metzgerbetrieb ist kompakt organisiert: Die Schlachtung, die Verarbeitung und der Verkauf finden am selben Ort statt. Das sei ideal, weil es zwischen den Produktionsschritten keine Wege gebe und die Bauern das Vieh direkt zu ihm bringen könnten, erklärt Alois Koller. Gleichzeitig stösst der Standort an der Bernstrasse an Grenzen. In den kommenden Jahren wird rund um die Metzgerei und den Dorfladen gebaut. Ein Ausbau der Produktion ist aufgrund des Zonenplans der Gemeinde nicht möglich.

Für sein Geschäft hat Alois Koller aber noch einige Pläne für die Zukunft: «Ich könnte mir vorstellen, im Industriegebiet von Rothrist einen Schlachthof mit Produktion zu bauen.» Diesen sowie die Metzgerei und den Dorfladen gleichzeitig zu führen, sei jedoch kaum realistisch. Auch deshalb suche er eine langfristige Lösung. Unter anderem hat er bereits Inserate in dieser Zeitung geschaltet und setzt auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda.

Für ihn erfüllen die Metzgerei und der Dorfladen auch eine wichtige soziale Funktion. «Die Leute kommen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um einander zu begegnen», sagt er. Gerade für ältere Menschen und Familien sei das eine wichtige Alternative zum anonymen Einkauf beim Grossverteiler. Seine grösste Hoffnung ist, dass sein Geschäft noch viele Jahre vor sich hat. «Es wäre schön, wenn mein Geschäft weitergeführt wird.» Mit der Metzgerei und dem Dorfladen gehe es schliesslich auch um ein Stück Dorfleben. Jan Fedeli