Naturfreunde beobachten reisende Flugkünstler
Rothrist «EuroBirdwatch», 4. Oktober, 8 bis 16 Uhr
Anfang Oktober blickt ganz Europa gen Himmel – auch in Rothrist: Der Naturschutzverein lädt am 4. Oktober alle Interessierten zum «EuroBirdwatch» auf die Hölzliweiden ein.
Ausgerüstet mit Fernglas und Fernrohr stapft Beat Rüegger, Co-Präsident des Naturschutzvereins Rothrist, auf die Hölzliweiden. Hier findet am 4. Oktober, zwischen 8 und 16 Uhr, der BirdLife-Vogelzugtag «EuroBirdwatch» statt, bei der die ganze Bevölkerung zum Mitmachen eingeladen ist. «Unser Beobachtungsposten bietet eine phänomenale Aussicht und erlaubt uns, einen weiten Blick vom Jura bis in die Alpen zu werfen», sagt Beat Rüegger.
In rund 30 Ländern Europas und Zentralasiens zählen Freiwillige jeweils Anfang Oktober die reisenden Flugkünstler. Im vergangenen Jahr registrierten in der Schweiz 2181 Teilnehmende an 58 Standorten insgesamt 35’253 Zugvögel. Die häufigsten Arten waren Buchfink, Ringeltaube und Star. Weil der Naturschutzverein Rothrist in diesem Jahr die Vogelwelt als Thema hat, organisiert der 1983 gegründete Verein heuer die Vogelzug-Beobachtung im Ort.
Wer mitmachen möchte, braucht weder Expertise noch teures Equipment. Der Naturschutzverein stellt beides gerne zur Verfügung. Zudem stellt Swarovski vor Ort verschiedene Optiken zum Ausprobieren bereit. «Da, ein Turmfalke», unterbricht Beat Rüegger seine Ausführungen und zeigt auf einen Kilometer weit entfernten Dachgiebel, ohne sein Fernglas bemühen zu müssen, und fährt dann fort: «Expertinnen und Experten werden allen Interessierten am 4. Oktober bei der Bestimmung helfen und viel Interessantes über den Vogelzug erzählen», so Rüegger.
Für die Anreise mit dem öV bietet sich ein Ausstieg bei der Haltestelle Rothrist, Gländ, an. Parkmöglichkeiten gibt es am Neuweg. Weitere Informationen über die Veranstaltung und den Beobachtungsort gibt es unter www.natur-rothrist.ch/programm.
Wie viele Vögel am Himmel zu beobachten sind, ist stark wetterabhängig. Ist es vorgängig sehr lange schön, verteilen sich die Züge auf viele Tage. Eine für die Beobachtung besonders günstige Lage entsteht, wenn ein Tief von Norden in die Schweiz strömt und die Vögel auf die Reise Richtung Süden schickt.
Die Bird-Life-Organisationen aller Länder setzen sich tatkräftig für den Schutz und die Förderung der Zugvögel ein: Sie stellen Brutgebiete wieder her oder verbessern wichtige Rastgebiete. Der Naturschutzverein Rothrist engagiert sich auf dem Gemeindegebiet an mehreren Standorten, so etwa in der Grube Oberwilerfeld, dem Hölzli Weiher und der Flachwasserzone Hungerzelg. Dort hat der Naturschutzverein Rothrist kürzlich die 142. Vogelart des laufenden Jahres gesichtet: ein Tüpfelsumpfhuhn. Und wer die Benennung der Vogelarten vor dem Vogelzugtag am 4. Oktober üben möchte, kann übrigens auf der Website des Naturschutzvereins das Rothrister Vogelquiz absolvieren. Manuel Arnold



