Niedrigwasser ist nicht nur ein ästhetisches Problem

Aarburg Der aktuelle Wasserstand der Aare ist bedenklich tief

Der Baum liegt buchstäblich auf dem Trockenen.Bilder: Regina Lüthi

Der Baum liegt buchstäblich auf dem Trockenen.Bilder: Regina Lüthi

Kies und Steine, so weit das Auge reicht - aber fast kein Wasser. Blick auf die Aare hinter dem Clubhaus des NCA Aarburg.

Kies und Steine, so weit das Auge reicht - aber fast kein Wasser. Blick auf die Aare hinter dem Clubhaus des NCA Aarburg.

Der Wasserstand der Aare ist extrem niedrig.

Der Wasserstand der Aare ist extrem niedrig.

Niedrigwasser ist nicht nur ein ästhetisches Problem

Beim Spaziergang an der Aare bietet sich ein fast schon trostloser Anblick: Kies und Steine, soweit das Auge reicht. Viele Bereiche haben nur einen Wasserstand von ein paar Zentimetern. Es wirkt fast, als könne man quer über die Aare laufen. Gemäss Tabelle des Bundesamtes für Umwelt, Abteilung Hydrologie in Bern beträgt die Abflussmenge der Aare aktuell nur noch 166 m3/s (Stand 2. Februar). Gegenüber dem Vorjahr – mit 465 m3/s – also doch schon sehr wenig.

Niedrigwasser ist nicht nur ein ästhetisches Problem: Es kann ganz konkrete ökologische Folgen haben. Wenig Wasser bedeutet oft auch, dass es sich stärker erwärmt und weniger Sauerstoff enthält, weil die Austauschfläche zwischen Wasser und Luft abnimmt. Gerade in warmen Perioden kann das für viele Fischarten im Fluss, besonders für kaltes Wasser bevorzugende Arten wie Forellen zu Stress oder sogar zu Todesfällen führen, weil ihre physiologischen Toleranzgrenzen überschritten werden.

Flache, langsam fliessende Bereiche bieten weniger geeignete Laich- und Versteckplätze. In extremen Fällen können Strukturen wie Seitenarme oder flache Buchten vollständig trocknen, wodurch Jungfische und andere Wasserorganismen ihre Lebensräume verlieren. Untersuchungen des Kanton Bern zeigen, dass Abschnitte der Aare, die im Sommer 2022 besonders niedrige Wasserstände hatten, deutlich weniger Fische aufwiesen als bei normaler Wasserführung.

Langfristig machen der Klimawandel und periodisch wiederkehrende Trockenphasen diese Situationen häufiger und intensiver. Der Schutz und die Renaturierung von Flussabschnitten, die Schaffung von Rückzugsräumen und eine bessere Wasserstandregelung sind wichtige Beiträge, um die Lebensräume für Fische zu verbessern. Regina Lüthi