NOMZ zündet ein Musikfeuerwerk für den guten Zweck

Zofingen «New Orleans meets in Zofingen», Montag, 29. Juni, 17 bis 24 Uhr

Toni Vescoli beehrt die 28. Ausgabe des NOMZ.

Toni Vescoli beehrt die 28. Ausgabe des NOMZ.

Das NOMZ bringt Jahr für Jahr magische Momente in die Zofinger Altstadt.Bilder: zvg

Das NOMZ bringt Jahr für Jahr magische Momente in die Zofinger Altstadt.Bilder: zvg

Sängerin Nikki Hill wird von der Fachwelt in den höchsten Tönen gelobt.

Sängerin Nikki Hill wird von der Fachwelt in den höchsten Tönen gelobt.

Walter Bloch präsidiert das achtköpfige OK. BILDER: ZVG

Walter Bloch präsidiert das achtköpfige OK. BILDER: ZVG

Ein unvergesslicher Musikabend im Dienst der guten Sache: Das Festival «New Orleans meets in Zofingen» (NOMZ) setzt am 29. Juni seine Erfolgsgeschichte fort. Mit Weltstars wie Nikki Hill und Schweizer Legenden wie Toni Vescoli feiert der Kiwanis Club Zofingen das gesellige Beisammensein – und sammelt damit Geld für den Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten.

Es ist der Abend, an dem Musiker im Scheinwerferlicht das Publikum elektrisieren, derweil die Statue von Niklaus Thut als stummer Ehrengast über das Festivalgelände wacht. Und während Stadtheld Niklaus Thut im 14. Jahrhundert mit Fanfaren und Heerpauken in die Schlacht bei Sempach zog, um Zofingens Ehre zu verteidigen, erklingen im 21. Jahrhundert auf dem Thutplatz Saxofone und Trompeten, um für den Kampf gegen seltene Kinderkrankheiten Geld zu sammeln. Das «New Orleans meets in Zofingen» ist nämlich nicht nur ein wunderbarer Festivalabend in der Altstadt, es ist die grösste Benefizveranstaltung des Serviceclubs Kiwanis. Bis heute hat das Festival über eine Million Franken an Spenden generiert. «Serving the Children of the World» – den Kindern dieser Welt zu dienen –, diesen Leitspruch erfüllen die Kiwanis Zofingen mithilfe sieben weiterer Kiwanis-Clubs am 29. Juni. «Wir unterstützen beim diesjährigen Sozialprojekt 30 Familien aus der Region», erklärt Walter Bloch. Der 72-jährige Mühlethaler amtet heuer zum 12. Mal als OK-Präsident des NOMZ.

Dem «Wiggertaler» erzählt er im Gespräch, auf welche Bands sich die Besucherinnen und Besucher bei der 28. Ausgabe des NOMZ freuen dürfen.

Eine Legende macht die Aufwartung

Der Headliner auf dem Thutplatz ist Toni Vescoli. Er gilt als einer der ersten Rock-'n'-Roller der Schweiz. Seine Band «Les Sauterelles» (die Heuschrecken) war die Schweizer Antwort auf die Beatles. In den 1970er-Jahren machte sich Toni Vescoli für eine Solokarriere auf. Seine Synthese aus Folk und Country mit schweizerdeutschen Texten war revolutionär. Nebst Mani Matter und Polo Hofer gilt er als Mitbegründer der modernen Schweizer Mundartmusik.

Eigens fürs NOMZ bringt die Schweizer Mundart-Legende seine Formation wieder gemeinsam auf die Bühne. Neben Weggefährten wie Christoph Beck, Markus Maggi und Felix Müller gehört auch Saitenvirtuose Hank Shizzoe zum hochkarätigen Quintett. Es ist ein nostalgisches Highlight voller Live-Energie. Toni Vescoli «mitBÄND»: Das gibt es exklusiv am NOMZ.

Mit Nikki Hill kommt eine echte Naturgewalt nach Zofingen. Das US-amerikanische Musiktalent begeistert die Fachwelt mit einer Bühnenpräsenz, die das Magazin «Rolling Stone» treffend als Mix aus Tina Turner und AC/DC beschreibt. Aufgewachsen mit Gospel und Soul, verbindet die Sängerin heute rohe Rock-Energie mit erdigem Blues. Ihr Auftritt als Headliner auf der zweiten Bühne des NOMZ (Postplatz) verspricht pure Leidenschaft und elektrisierenden Sound.

Mit «The Animals & Friends» und dem Rock-'n'-Roll-Hall-of-Fame-Schlagzeuger John Steel gastiert eine wahre Legende der «British Invasion» in Zofingen. Das Quartett lässt den rauen Rhythm & Blues der Sechziger auferstehen. Highlight der Show ist ihr epochaler Welthit «House of the Rising Sun» – ein zeitloses Meisterwerk der Rockgeschichte.

Ein Heimspiel ist das Festival für Teile der Band «Thomy Hochuli & Friends». Die Einheimische Monika Schär, die mit ihrem Mann Thomas Kull jahrelang bei Trauffer und den Büetzer Buebe spielte, gehört ebenso zur Formation wie die bestbekannte Zofingerin Sandra Rippstein. Das Repertoire der Band reicht von Blues über Rock bis hin zu Soul.

Für traditionelle New-Orleans- und Dixieland-Jazz-Klänge sorgen die «Swiss Ramblers». Das Berner Ensemble gehört zu den Aushängeschildern dieses Musikgenres. Sie eröffnen den Konzertreigen auf dem Thutplatz. Im Anschluss folgt die «Barrelhouse Jazzband». Diese Formation verbindet historischen Swing und Blues mit frischen Elementen. Ihr Auftritt ersetzt eine Reise nach New Orleans. In Zofingen zelebrieren sie mit Gaststar Caroline Mhlanga zeitlosen, vitalen Traditionsjazz.

Nebst der Bühne auf dem Thutplatz und jener auf dem alten Postplatz gibt es auch dieses Jahr die dritte Bühne auf dem Chorplatz. Zu jeder vollen Stunde spielt dort Nico Brina. Das Urgestein des NOMZ wirbelt wieder über die Tasten in Zofingen. Zum 42. Bühnenjubiläum präsentiert der rasanteste Boogie-Pianist der Welt sein neu erdachtes Genre: «Ska Beatin’ Boogie» fusioniert Jamaika-Rhythmen mit Rock-Energie. Begleitet von seiner Band verspricht die Show pure Tanzlaune.

Die gesamte Altstadt als Bühne nutzt derweil die Marching-Band «Bienville Street Band». Die Bieler Formation läuft während des Festivals durch das Festivalgelände und lässt den New-Orleans-Jazz durch jede Gasse erklingen.

Die Kunst, Künstler zu buchen

Wie es der Kiwanis Club Zofingen Jahr für Jahr schafft, hochkarätige Acts zu verpflichten, ist erstaunlich. OK-Präsident Walter Bloch verrät einige Gründe, woran das liegt: «Ein grosser Vorteil ist, dass unser Event jeweils am Montag, und nicht am Wochenende stattfindet. Das erhöht die Chancen massiv, dass wir Bands mit freien Slots finden. Überdies schauen wir jeweils, wer gerade auf Tour in der Schweiz ist. Und nicht zuletzt ist es der Verdienst von OK-Mitglied Martin Jaggi, der bei den Verhandlungen mit den Bands besonderes Geschick beweist.»

Das hochkarätige musikalische Line-up, das reichhaltige Gastronomieangebot, bei dem die legendären «Zofinger Spiesse» natürlich nicht fehlen dürfen, der Stadtpräsident und Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten aus der Region, die nahbar an der Bar des Bierwagens arbeiteten: Das alles sind Faktoren, weshalb das «New Orleans meets in Zofingen» für viele aus Nah und Fern auch in diesem Jahr das grosse (Musik-)Highlight vor den Sommerferien ist. Manuel Arnold