Prominenz versammelte sich zu Mozarts Ehren
Aarburg Das Jubiläumsfest im Rathaussaal bildete den Auftakt für das kleine Mozart-Festival
Eine uraufgeführte Jubiläumskomposition, eine Kurzgeschichte von Franz Hohler und ein Geburtstagsständchen der Bundesrats-Gattin Caroline Parmelin: Das war das Jubiläumsfest zum Auftakt des kleinen Mozart-Festival in Aarburg.
Im Rathaussaal hängen Porträts der Familie Mozart. Vater Leopold, Mutter Anna Maria, Wolfgang Amadé Mozart und seine Schwester Nannerl blicken hinab auf ein Cembalo, ein Cello und eine Violine, die den Raum bald mit Musik des Salzburger Wunderkindes füllen werden. Vor 260 Jahren fuhr die Familie Mozart während ihrer Westeuropareise durch die Schweiz. Weil die Tagebücher just aus diesem letzten Reiseabschnitt fehlen, brauchte es vor 20 Jahren die hingebungsvollen Nachforschungen von Initiantin Christina Kunz, bis feststand, dass Mozart auch durch Aarburg gefahren war. Der Schweizer Mozartweg war geboren.
Musik bringt Bewegung
«20 Jahre Schweizer Mozartweg. Das ist doch ein Grund zum Feiern», frohlockte Stadtpräsident Hans Ulrich Schär im rappelvollen Rathaussaal. «Seit zwei Jahrzehnten verbindet dieser besondere Weg Musik, Geschichte und Bewegung. Er lädt uns dazu ein, unser schönes Land mit anderen Augen und Ohren zu entdecken.» Auf den Tag genau vor 20 Jahren fand die Einweihung der ersten Mozartstelle in Aarburg statt. Inzwischen sind es 26 Stelen von der Westschweiz bis an die deutsche Grenze bei Schleitheim.
Es folgte der musikalische Auftakt, Sonaten in G-Dur, die Mozart im zarten Alter von acht Jahren komponiert hatte. Matthias Steiner, Violine, Alexander Kionke, Cello, und Christina Kunz am Cembalo verschmolzen zu einem makellosen Klangteppich, der das Publikum entzückte.
KI versus Klassik
Alois Koch, emeritierter Luzerner Musikwissenschaftler, liess KI die Frage beantworten, wieso Mozart der Grösste war. Die Antworten der künstlichen Intelligenz erschienen auf den ersten Blick plausibel. Der Musikprofessor zerpflückte in der Folge aber eine nach der anderen Antwort mit messerscharfer, menschgemachter Analyse.
Es folgte das musikalische Highlight des Abends: die Uraufführung der Jubiläumskomposition von Jing Yang. Die Komposition wurde im Auftrag des Vereins Schweizer Mozartweg für das Jubiläum von der Aarburger Künstlerin geschrieben. Dem Publikum gefiel die Symbiose zwischen klassischen und modernen Elementen, wie der langanhaltende Applaus im Anschluss belegte.
Nach den Grussbotschaften des ehemaligen Gemeindeammans Charles Grob, der Berner Vertreterin der österreichischen Botschaft Isabelle Schorer und dem Westschweizer Vorstandsmitglied Isabelle Favre Pralong erzählte Franz Hohler die Geschichte von Mozart in Zürich. Seine süffisante Verschmelzung von Fakt und Fiktion endete darin, dass Mozarts «kleine Nachtmusik», da bestehe gar kein Zweifel, in einem Zürcher Haus beim «Versteckis» spielen entstanden sei.
Duett mit Bundesrats-Gattin
Die Sonate in A-Dur (Köchelverzeichnis 12) erklang im Anschluss. Es sollte aber nicht der letzte Vortrag sein. Um ihrer Vereinskollegin Elisabeth Widmer zu gratulieren, lud Christina Kunz kurzerhand Caroline Parmelin, Gattin von Bundesrat Guy Parmelin, auf die Bühne, und spielte gemeinsam mit der Klavierspielerin auf dem Cembalo. Es war der heitere Schlusspunkt der Startveranstaltung des Kleinen Mozart Festivals, welches am Sonntagabend in der Aarburger Stadtkirche seinen Abschluss fand. Darüber hinaus findet bis zum 5. Oktober im Museum die Ausstellung «Ein Wunderkind reist durch die Schweiz» statt. Die Öffnungszeiten sind auf www.mozartweg.ch ersichtlich. Manuel Arnold













