Regionales Gedächtnis seit 125 Jahren

Zofingen Das Museum Zofingen feierte am vergangenen Samstag seinen 125. Geburtstag

Urs Plüss (links) im Gespräch mit Andreas Kaderli.Bilder: Jil Lüscher

Urs Plüss (links) im Gespräch mit Andreas Kaderli.Bilder: Jil Lüscher

Anina Beck, Leiterin Kultur und Gesellschaft, Stadt Zofingen (rechts), und Heidi Pechlaner Gut mit Jubiläumstorte.

Anina Beck, Leiterin Kultur und Gesellschaft, Stadt Zofingen (rechts), und Heidi Pechlaner Gut mit Jubiläumstorte.

Das Museum Zofingen feierte sein 125-Jahr-Jubiläum mit Musik, Gästen und der Eröffnung einer Sonderausstellung. Das «Chriesi» obendrauf war für einmal die Torte selbst.

Nein, unscheinbar ist das Gebäude nicht, in dem seit 125 Jahren Schätze aus dem Alltag der Menschen, die hier gelebt haben, anschaulich und informativ zur Schau gestellt werden. Oder in dem Tierpräparate von Lebewesen zu bewundern sind, die vor Jahrhunderten Teil der Natur waren. Das Museum Zofingen ist architektonisch ein Meisterwerk, oder, wie es die Kunsthistorikerin Franziska Schmid-Schärer (Zürich) in ihrer Laudatio herausstrich, ein Palast im Stil der Florentiner Frührenaissance. Ein Gebäude, für das sie im Zuge ihrer Recherchen zu einer Publikation im Rahmen des Kunstführers der Schweiz eine Obsession entwickelt habe.

Eine Leidenschaft, die auch die beiden Männer beseelt haben dürfte, denen das Museum Zofingen zu verdanken ist: Ohne die Vision und die finanzielle Grosszügigkeit des Fabrikanten Gustav Rudolf Strähl und ohne den Apotheker Hermann Fischer-Sigwart, der seine wertvolle Sammlung von Tierpräparaten selbstlos als Schenkung eingebracht hätte, wäre dieses historische Bijou an der General-Guisan-Strasse wohl nie entstanden. Es habe aber auch den Mut der Zofinger Bevölkerung gebraucht, Ja zu einem solchen Bau zu sagen. Der Aargauer Grossratspräsident und Zofinger Urs Plüss erwähnte in seinen Grussworten, dass es sich dabei um das älteste explizit als Museum konzipierte Haus im Kanton Aargau handle.

Bei der Eröffnung, am 19. September 1901, hätten die Menschen gefeiert, «so wie wir heute ebenfalls feiern und so, wie es kommende Generationen hoffentlich auch tun können», sagte Franziska Schmid-Schärer. Sie wünschte dem Haus, das sie ein «Gesamtkunstwerk» nennt, es möge ein Ort bleiben, «wo Kinder staunen, wo Jugendliche entdecken, wo Erwachsene nachdenken und wo bei älteren Menschen Erinnerungen wach werden».

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde die Sonderausstellung «Sammeln. Bewahren. Zeigen. 125 Jahre Schätze aus der Natur» eröffnet. Sie ist bis 31. März 2027 zu sehen und verdient das Prädikat «sehenswert».

Sehenswert, vor allem aber sehr lecker, war auch die vom Zofinger Künstler und Bäcker-Konditor-Meister/Confiseur Hans Leutwyler gestaltete Jubiläumstorte, die zum Ende der offiziellen Jubiläumszeremonie von der Museumsleiterin Heidi Pechlaner Gut präsentiert worden ist. Beim anschliessenden Apéro im Freien wurden unter anderem auch viele Erinnerungen an die Schulzeit und damit verbundene Besuche im Museum ausgetauscht. Die sehr schöne musikalische Umrahmung kam von Yvonne Glur-Troxler (Akkordeon) und Ursula Zjörjen (Querflöte/Flöte). Jil Lüscher