«Schweiss statt Geld» – «Chrampfer» gaben eine Woche Vollgas

Bavonatal/Zofingen Zum 25-Jahr-Jubiläum leisteten Senioren der ref. Kirchgemeinde im Bavonatal Grossartiges

Dass Freiwilligenarbeit keine Altersgrenze kennt, beweist die «Chrampfer-Truppe» immer wieder aufs Neue.Bild: Bruno Muntwyler
Dass Freiwilligenarbeit keine Altersgrenze kennt, beweist die «Chrampfer-Truppe» immer wieder aufs Neue.Bild: Bruno Muntwyler

Sie sind zwischen 65 und 80 Jahre alt, längst pensioniert – und denken trotzdem nicht daran, die Hände in den Schoss zu legen. Die «Chrampfer-Truppe» der Reformierten Kirchgemeinde Zofingen hat auch dieses Jahr wieder kräftig zugepackt.

Zum 25-Jahr-Jubiläum führte der freiwillige Arbeitseinsatz erneut ins Valle Bavona und auf die Alp Munt la Reita zu Biobauer Samuel Senn. Für die Zofinger ist das Tal längst eine Herzensangelegenheit.

Ende Juni 2024 wurde das Bavonatal von schweren Unwettern und Murgängen heimgesucht. Vieles ist inzwischen wieder aufgebaut, doch die Folgen sind noch immer spürbar. Mit ihrem Einsatz wollten die «Chrampfer» einen Beitrag zur Normalität leisten.

Unter der Schirmherrschaft der Reformierten Kirchgemeinde Zofingen und der Schweizer Berghilfe hilft die Truppe dort, wo kräftige Hände und handwerkliches Geschick gefragt sind. Ob beim Durchforsten eines Kastanienwäldchens, beim Bau von drei Holzbrücken, beim Rückbau eines Holzgebäudes, bei der Wanderwegpflege oder beim Verlegen von Granitplatten – die Männer um «Oberpolier» Martin Bolli packen an. Auch dem Hausschwamm in einem Stall wurde der Kampf angesagt. Mariella und Remo von der Fondazione Valle Bavona zeigten sich begeistert von der Ausführung der Arbeiten. Schrifttäfelchen sollen künftig an die Erbauer erinnern.

In San Carlo bezogen die Helfer ihr Quartier. Trotz schmerzlicher verletzungsbedingter Ausfälle leisteten die verbliebenen Helfer Schwerarbeit. Abends wurden sie im Steinhaus verwöhnt: Chefkoch Peter Brander und sein Team servierten jeweils ein feines «Znacht».

Die Idee zu den Einsätzen entstand nach der Katastrophe von Gondo im Oktober 2000: Nicht nur Geld spenden, sondern selbst anpacken. Jahr für Jahr leisten pensionierte Männer aus unterschiedlichsten Berufen freiwillige Einsätze in Bergregionen. Dabei ist über die Jahre auch eine starke Gemeinschaft entstanden. Nach getaner Arbeit wird gemeinsam gekocht, gelacht und angestossen. Für geistige Nahrung sorgt das «Wort zum Tag» von Pfarrer Burkhard Kremer.

Die Arbeitsgruppe zeigt eindrücklich, wie viel bewegt werden kann, wenn Menschen ihre Zeit für andere einsetzen. Zum 25-Jahr-Jubiläum darf mit Stolz zurückgeblickt werden. Solange Männer zupacken und den Humor nicht verlieren, gilt weiterhin: «Schweiss statt Geld» – und ganz viel Herzblut. Bruno Muntwyler