Vom Härdöpfuhoger zur Hochwacht
Zofingen Die 84. Folge der beliebten Mühlethaler Geschichten
Nachdem sie zuvor dem Hottigerischlagbächli und der Strasse gefolgt ist, führt die Grenze Mühlethal-Oftringen vom Härdöpfuhoger aus bergwärts in den Wald hinein.
Zuerst etwa 300 Meter ziemlich genau nordwärts, bevor sie dann gegen Nordost abdreht und damit oberhalb von Oeltrotten-Quartier und Sonnenwand einen Bogen beschreibt. Viele der Marchsteine, die meisten neueren Datums, befinden sich im unwegsamen Gelände. Wer für eine Grenzbegehung auf einigermassen gut befestigten Wegen bleiben will, kann verschiedene Waldwege benutzen. Eine Möglichkeit ist, die Waldstrasse zu nehmen, die von der Härdöpfuhogerstrasse abzweigt, auf halbem Weg zwischen den Häusern 5 (ehemals Guido Roth) und 17 (Bertschi-Studer).
Bei der nächsten Verzweigung nach 200 Metern gibt es zwei Möglichkeiten: 1. rechts bergauf den Fussweg nehmen, der zum Waldrand oberhalb der Sonnenwand führt. An den Häusern vorbei, wo einst die Familien Muther und Krähenbühl wohnten, gelangt man dann zum höchsten Punkt Mühlethals. 2. links gehen und nach 100 Metern die rechte von drei Waldstrasse nehmen, wo man nach 200 Metern leichtem Anstieg auf eine kleine Waldhütte am offiziellen Wanderweg Küngoldingen-Hochwacht trifft.
Grösste Eiche im Zofinger Wald
Variante 1 ist etwas kürzer, Variante 2 bietet bessere Wege und man kommt beim Aufstieg auf dem gelb markierten Wanderweg noch bei der grössten Eiche im Zofinger Wald vorbei. Der etwa 360 Jahre alte Baum ist 37 Meter hoch und hat einen Umfang von über 3 Metern. Er steht auf Oftringer Gemeindegebiet, auf einer Parzelle im Eigentum der Zofinger Ortsbürger.
Von weitem sichtbar, zum Beispiel vom Sälischlössli, ist die Antennenanlage bei der Hochwacht, die laut Verbotstafel aus dem Jahr 1975 der Telekabel Zofingen AG gehört. Für «jedes unbefugte Betreten, Berühren oder Manipulieren an der Anlage» droht eine Busse bis 100 Franken, nebst Schadenersatzfolgen.
Die Antenne sorgte einst dafür, dass in Mühlethal über Kabel mehrere Sender auch aus Deutschland und Österreich empfangbar waren. Der 1973 geborene Verfasser erinnert sich, dass in seinem Elternhaus neben den drei Schweizer Sendern DRS, RTS (französisch) und TSI (italienisch) auch ARD, ZDF, SWF sowie ORF zu sehen war. Irgendwann kam dann noch Bayern 3 dazu.
Höchster Punkt Mühlethals, östlichster von Oftringen
Etwa 100 Meter nach der Fernsehantenne, die in Grenznähe auf Oftringer Boden steht, folgt dann der Dreifachgrenzpunkt Mühlethal-Oftringen-Safenwil. Neben einem alten, runden Grenzstein ist ein neuerer Markstein platziert. Hier auf 640 Metern sind wir am höchsten Punkt von Mühlethal, der gleichzeitig der östlichste Punkt von Oftringen ist. Christian Roth



