Von jöh bis gfürchig: Musik, Satire und Herzblut
Reiden Das Dorf präsentierte sich am Fasnachtsumzug von seiner kreativsten Seite
Von jöh bis gfürchig: Musik, Satire und Herzblut
In Reiden wissen die Umzugsteilnehmer, wie sie sofort für gute Stimmung sorgen: Die erste Nummer, die Guuggenmusig Schlömpf Reiden, dröhnte den Partysong «Tequila», und die Zuschauer sangen souverän mit. So macht ein Umzug halt am meisten Spass: Die Teilnehmenden sorgen für fetzige Musik, originelle Sujets, bissige Botschaften und sind grosszügig mit Bonbons, Obst und feinen Heissgetränken. Dafür klatschen und singen die grossen und kleinen, fasnächtlich gewandeten Besucher.
Die Spielgruppe Reiden kam als Blumenwiese, die Small Foot Kinderkrippe Reiden ein paar Nummern später als Schmetterlinge und Käferli – das passte ideal, und der Jöh-Effekt war ihnen sicher.
Die Nebeldämonen Strengelbach sorgten für den Grusel-Effekt des Tages mit ihren schaurig schönen Figuren.
Bissig wie bravourös nahm die Sportgruppe Reiden ein Abstimmungsergebnis vom letzten Herbst auf die Schippe: Die kommunale Vorlage zur Beschränkung der Amtszeit des Gemeinderats wurde knapp angenommen. Sie liessen betroffene Gemeinderäte in Puppenform über eine Schleuder abfliegen und fragten gleichzeitig bei den Zuschauern nach, wer kandidieren möchte. Es fehlen Nachfolger!
Zum bunten Treiben gesellten sich unter anderem zwei Elefanten, zwei Wikingerschiffe, eine Wahrsagerin, ein Gender-WC und eine Brotbäckerei – letztere fragte provokant: «Ned ganz 100, a dem werd gmässe, aber chame di Pfönderli ou frässe?» Das bekannte Logo eines Discounters daneben war zwar auch Werbung, aber herrlich satirisch.Yvonne Imbach





