Vordemwald feierte den 1. August – und seine Cremeschnitte
Vordemwald Vor dem Gemeindesaal fanden sich Gross und Klein zum «Füür-Obe-Fescht» ein
Am Vorabend des 1. August zelebrierten die Vordemwäuderinnen und Vordemwäuder den Geburtstag der Schweiz, die gemeinnützige Arbeit und ein unverzichtbares Stück Dessert.
Das «Füür-Obe-Fescht» hatte seinen Namen in diesem Jahr streng genommen gar nicht verdient. Es gab kein Feuer, und in den Lampions der Kinder steckten LED-Lämpchen statt Kerzen. Dennoch erschienen die Einwohnerinnen und Einwohner in Scharen auf den Festbänken vor dem Gemeindesaal.
Vizeammann Nathalie Häfliger war durch die ferienbedingte Abwesenheit von Karin Berglas für die Ansprache zuständig. Ihr Hauptthema: die Cremeschnitte. Jahrelang von der Gemeinde offeriert, ein fester Bestandteil des «Füür-Obe-Feschts», fiel sie nach einer Steuerfusserhöhung vor einigen Jahren dem Sparzwang zum Opfer – und wurde zu einem der meistdiskutierten Themen in der Gemeinde. «Wenn dereinst jemand die Ratsprotokolle der letzten Jahre studiert, könnte er zum Schluss kommen, dass die Zukunft Vordemwalds von der Steuerfussplanung, der Schulraumplanung und der Cremeschnitte abhing», sagte Häfliger mit einem Schmunzeln. Die Cremeschnitte sei ein Stück Tradition, ein Stück Gemeinsamkeit und vielleicht auch ein kleines Stück Vordemwalder Identität. Deshalb komme sie per sofort wieder ins Gemeindebudget. Die Menge jubelte frenetisch.
Ein Hoch auf die «glorreichen Sieben»
Die Gemeinde nimmt das «Füür-Obe-Fescht» jeweils zum Anlass, den Gemeinschaftsförderungspreis zu vergeben. Gemeinderätin Irina Bannwart durfte die Auszeichnung heuer an die «glorreichen Sieben» vergeben. In zehntägiger Fronarbeit hatten die sieben Mannen das Innendach des Waldhauses gedämmt.
Zum ersten Mal ehrte die Gemeinde am «Füür-Obe-Fescht» die Sportlerinnen und Sportler, die unter Vordemwalds Fahne nationale Podestplätze geholt hatten. Die Faustballer des STV Vordemwald, der Roll-Hockey-Club Vordemwald und die Trialfahrer Sheyla Wipf und Jonas König erhielten so ihren verdienten Applaus.
Nach dem obligaten Schweizerpsalm, den der Musikverein musikalisch begleitete, präsentierten Dieter Altenbach und Reto Schär von der TG Vordemwald «S’Grillfäscht», den legendären Cabaret-Rotstift-Sketch.
Dann war es Zeit für das süsse Highlight des Abends: die Cremeschnitte. Einziger Wermutstropfen: Die 150 von der Gemeinde bestellten Exemplare reichten nicht für alle. Nathalie Häfliger schlug vor, die Cremeschnitten mit Messern zu teilen. Findige Vordemwäuder hatten aber eine andere Lösung parat und karrten kurzerhand einen kleinen Glacéwagen heran, damit es am Ende doch für alle ein ganzes Dessert gab.
Manuel Arnold



