Wenn der «Mostfritz» wieder arbeiten muss
Oftringen Mosttag beim Ortsmuseum Alter Löwen
Einmal im Jahr ist es vorbei mit der Ruhe im Museum Alter Löwen in Oftringen. Dann wird der rund 100 Jahre alte «Mostfritz» aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und darf zeigen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Auch am vergangenen Samstag wurde wieder fleissig gemostet.
Das traditionelle Mosten lockte Besucherinnen und Besucher ins Museum, die nicht nur zuschauen, sondern auch selbst mithelfen konnten. Besonders für die Kinder gab es einiges zu tun. Bevor die Äpfel vom Widmer-Hof in Küngoldingen in der alten Presse verarbeitet werden konnten, mussten sie gründlich gewaschen werden. Anschliessend ging es ans Zerkleinern des Obstes.
Dabei kam die historische Technik zum Einsatz: Ein alter Elektromotor trieb über einen Transmissionsriemen das Hackwerk an. Was früher zum Alltag gehörte, bot heute einen Einblick in die Verarbeitung von Obst vor rund hundert Jahren. Beim anschliessenden Pressen war wieder Handarbeit gefragt.
Und natürlich durfte der frisch gepresste Most auch gleich probiert werden. Wer eine leere PET-Flasche mitgebracht hatte, konnte sich zudem etwas vom süssen Getränk mit nach Hause nehmen.
Nach getaner Arbeit wird der «Mostfritz» wieder sorgfältig gereinigt und darf sich bis zum nächsten Herbst ausruhen. Und auch für die Überreste der Äpfel fand sich eine Verwendung: Über den ausgepressten Trester durften sich die Kühe eines nahe gelegenen Bauernhofs freuen. So blieb vom Mosttag nicht nur der frische Apfelsaft, sondern auch für die Vierbeiner etwas übrig.
Regina Lüthi





