«Wir schaffen langfristig ausreichende Entsorgungskapazität»
Oftringen Umzonung ist Voraussetzung für den Ersatzbau der Kehrichtverwertungsanlage

Am 26. März stimmt Oftringen über die Einzonung des Landabschnitts ab, auf dem der Ersatzbau der in die Jahre gekommenen Kehrichtverwertungsanlage Oftringen gebaut werden soll. Bei diesem Projekt («Renzo») steht der erzo KVA mit der Renergia Zentralschweiz AG ein starker und ausgesprochen erfahrener Partner zur Seite. Was aber motiviert die Innerschweizer, sich in Oftringen zu engagieren?
«Es sind verschiedene Faktoren, die dafür sprechen», sagt Hans Musch, Geschäftsleiter der Renergia Zentralschweiz AG. Zunächst einmal die Perspektive, dass das Aufkommen von Abfall weiter ansteigen wird – so hat allein die Menge an Siedlungsabfall in der Zentralschweiz in den vergangenen zwei Jahren um 5000 Tonnen zugenommen. Dieses Wachstum hat Konsequenzen: «Wir sind komplett ausgelastet», hält Hans Musch fest. Die Renergia-Kapazität für Marktkunden sei gesunken, das zeige sich auch daran, dass man 2025 über Wochen hinweg die Anlieferung von Kehricht aus Industrie und Gewerbe beschränken musste. «Das wirkt sich in der ganzen Region aus», sagt Hans Musch, auch auf die Industrie und das Gewerbe im Kanton Aargau. «Im Kern geht es bei unserem Engagement darum, langfristig ausreichende Entsorgungskapazitäten im Zentrum der Schweiz zu schaffen.»
Einen weiteren Grund für das Engagement von Renergia erkennt Hans Musch in der Produktion von Energie: «Unser Absatz an Fernwärme ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gestiegen». Die Betreiber von Fernwärmenetzen prognostizieren eine weiter steigende Nachfrage in diesem zunehmend wichtigen und nachhaltigen Energiebereich. Sowohl die Städtischen Werke Zofingen wie auch Primeo Energie sehen das für das Wiggertal gleich und arbeiten zusammen mit der erzo am weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes. Dass die Strategie einer möglichst hohen Nutzung der Abwärme aus der Abfallverbrennung aufgeht, zeigt sich laut Hans Musch auch daran, dass die Erlöse von Renergia 2025 dank der hohen Nachfrage nach Energie am Markt wieder deutlich höher als budgetiert ausgefallen sind. Das ermöglicht Renergia, die Entsorgungspreise auf einem günstigen Niveau zu halten.
«Unser Engagement hat aber auch ganz praktische Gründe», sagt Hans Musch: Der gemeinsame Betrieb von der KVA Perlen und KVA Oftringen mit insgesamt drei Ofenlinien schaffe Redundanzen bei der Entsorgung, was gerade auch bei längeren Revisionsarbeiten oder Havarien sehr hilfreich sei. Dazu komme, dass ein gemeinsamer Pool an Fachspezialisten – unter anderem in der mechanischen und elektrischen Instandhaltung sowie in der Informatik – über beide Standorte eingesetzt werden könne. Nicht zuletzt führe die enge Zusammenarbeit zwischen Renergia und erzo auch dazu, «dass Mitarbeitende das Angebot nutzen können, zeitweise am anderen Standort zu arbeiten, was vor allem für das Schichtpersonal eine wesentliche Bereicherung darstellt.»
Reinhard Kronenberg