Zofingen zieht Spitzenathleten an

Zofingen Das Pfingstmeeting feiert am kommenden Samstag seinen 50. Geburtstag

Pascal Zünd ist Präsident des TV Zofingen Leichtathletik.Bild: Janine Müller

Pascal Zünd ist Präsident des TV Zofingen Leichtathletik.Bild: Janine Müller

Salomé Kora (links) hat sich auch für das diesjährige Pfingstmeeting angemeldet. Hier während dem Pfingstmeeting 2017 zusammen mit Mujinga Kambundji.Bild: Michael Wyss

Salomé Kora (links) hat sich auch für das diesjährige Pfingstmeeting angemeldet. Hier während dem Pfingstmeeting 2017 zusammen mit Mujinga Kambundji.Bild: Michael Wyss

Das traditionelle Leichtathletik-Meeting blickt auf Rekorde und grosse Namen wie Jason Joseph oder Mujinga Kambundji zurück. Gleichzeitig setzt der Verein auf Nachwuchs und nachhaltige Entwicklung, damit der Anlass langfristig bestehen bleibt.

Teilnehmerrekorde und hochkarätige Schweizer Spitzenathleten: Das Pfingstmeeting in Zofingen ist seit Jahren bekannt dafür, dass auch die erweiterte Schweizer Leichtathletik-Spitze das Meeting als ersten Formtest in der Saison nutzt. Nun steht am Pfingstsamstag die 50. Durchführung auf dem Programm. Im Jahr 2020 konnte das Meeting wegen der Coronapandemie nicht durchgeführt werden.

Der Fokus des Organisationskomitees liegt auch dieses Jahr auf der Leichtathletik. Ein Extra-Event zum Jubiläum sei nicht geplant, sagt Pascal Zünd, seit 2017 Präsident des TV Zofingen Leichtathletik. Trotzdem steigt der Verein ins Archiv und will am diesjährigen Pfingstmeeting im Rahmen des Ehrengast-Apéros einen Bezug zur langen Tradition des Meetings herstellen. «Die Zahl macht natürlich stolz», ergänzt Zünd. «Es brauchte aber auch viel Aufwand in den letzten Jahren, um diese Zahl überhaupt zu erreichen.»

Denn der Verein ist stolz auf das Meeting, das vor drei Jahren ein Upgrade erfahren hat. Die erweiterte Spitze kann inzwischen in Zofingen Weltcuppunkte sammeln, was dazu führt, dass immer mehr Athletinnen und Athleten auch aus dem Ausland anreisen. «Das Pfingstmeeting ist ein Teil der DNA unseres Vereins», sagt Pascal Zünd, der als 8-Jähriger zum Verein gestossen ist und im Alter von 22 Jahren in den Vorstand gewählt wurde.

Letztes Jahr konnte der TVZ LA am Pfingstmeeting einen Teilnehmerrekord verzeichnen, rund 800 Starts haben die Organisatoren notiert. Viele Schweizer Topnamen in der Leichtathletik sind in Zofingen schon gestartet, darunter die Hürdenstars Jason Joseph und Ditaji Kambundji. Die Schwester von Ditaji Kambundji, Mujinga Kambundji, schrieb 2018 zudem Leichtathletik-Geschichte, als sie bei den Schweizer Meisterschaften als erste Schweizerin die 100-Meter-Strecke in unter elf Sekunden lief (10,95 Sekunden).

In früheren Jahren sorgten die Weitspringer René Gloor und Rolf Bernhard für Aufsehen. Nach Rolf Bernhard hatte René Gloor am Pfingstmeeting 1982 als zweiter Schweizer mit 8,07 Meter die 8-Meter-Marke übersprungen –und dies bei einem Gegenwind von -2,2 Metern pro Sekunde.

Seit 2014 boomt Leichtathletik

Obwohl die Organisation des Meetings und der weiteren Anlässe auch für den TVZ LA immer wieder ein Kraftakt ist, funktioniert das Zusammenspiel gut. Das war auch schon anders. In den 1990er-Jahren hatte der Verein herausfordernde Zeiten. Ende der 90er-Jahre splittete sich der TV Zofingen in seine verschiedenen, noch heute aktiven und in der Sportvereinigung TV Zofingen zusammengefassten, Vereine auf und wurde neu organisiert.

Seit den 2000er-Jahren kann der TV Zofingen Leichtathletik stetig wachsen. Einen richtigen Boost gab es dann 2014, als die Europameisterschaft in Zürich stattfand und die Leichtathletik auch in der Schweiz auf ein höheres Niveau hievte. «Das merkten wir im Verein deutlich», sagt Zünd. Heute verzeichnet der Verein über 150 Kinder und Jugendliche, Ende der 1990er-Jahre waren es 20 bis 30. Insgesamt hat der Verein rund 240 Mitglieder. Die verschiedenen Meetings und Meisterschaften, die die Meetingorganisation des TV Zofingen Leichtathletik veranstaltet, funktionieren dabei als Stabilisatoren – finanziell und personell.

Der Verein setzt alles daran, dass es das Pfingstmeeting auch noch in zehn oder zwanzig Jahren gibt. Was aber klar ist: Schweizer Meisterschaften für die Aktiven werden in der Trinermatten unter den aktuell geltenden regulatorischen Bedingungen nicht mehr stattfinden. Denn dafür bräuchte es acht Bahnen. Aktuell verfügt das Stadion über sechs. «Die Trinermatte müsste also ausgebaut werden, was schwierig ist», sagt Pascal Zünd. Darum setzt der Zofinger Leichtathletik-Verein ganz auf den Nachwuchs – auch, um Funktionäre zu gewinnen. Schon früh werden Jugendliche als Trainerinnen und Trainer eingesetzt. «Sie lernen so, früh Verantwortung zu übernehmen und wichtige Erfahrungen zu sammeln», sagt Zünd. «So haben wir eine gute Basis für unseren Trainerstab.»Janine Müller